PFAD-Fachinformation: Adoptionen 2009
Am 4. August wurden die aktuellen Zahlen zur Adoption 2009 durch das Statistische Bundesamt Wiesbaden veröffentlicht. Die sich seit Beginn dieses Jahrtausends abzeichnende Tendenz der Abnahme von Adoptionsfreigaben setzt sich weiter fort.

Im Jahr 2009 wurden 3.888 Kinder adoptiert. Davon fanden 2.011 Adoptionen durch Stiefelternteile und 185 durch Verwandte der Kinder statt. Die Vermittlung von Kindern zur Adoption in fremde Familien betraf somit 1.692 Kinder.

Demgegenüber steht auch eine abnehmende Anzahl von Adoptivbewerberfamilien. So sank die Anzahl von Adoptionsbewerberfamilien von 10 Bewerbern pro Kind in den Jahren 2007 und 2008 auf 9 Bewerberfamilien pro zur Adoption vorgemerktem Kind oder Jugendlichen im Jahre 2009. Am Ende des Jahres 1992 gab es 25.744 Adoptionsbewerber, 2000 waren es noch 13.138 Adoptionsbewerberpaare. Am Ende des Berichtsjahres 2009 waren es 7.139 Adoptionsbewerber. Damit ist die absolute Zahl von Adoptionsnachfragen gegenüber 1992 (den ersten bundesweiten Zahlen) auf weniger als ein Drittel gefallen. Die Erkenntnisse und neuen Methoden der Medizin haben vielen Paaren andere Möglichkeiten zur Realisierung ihrer Familienplanung eröffnet. Mitunter greifen kinderlose Paare aber auch auf ethisch fragwürdige und in Deutschland gesetzlich nicht gestattete Praktiken zurück.

Vergleicht man die Entwicklung der absoluten Zahlen von Adoptionen seit 1992, erhält man folgende Übersicht:

 Berichtsjahr

   1992 
 2000   2009 

 Adoptionen, vorgemerkte Adoptivkinder, Adoptionspflegen
 ohne Verwandten und Stiefelternadoptionen                           

 12.449  
 7.111   
 5.084  


Die Anzahl der Adoptivkinder ist seit Beginn der Berichterstattung auf weniger als die Hälfte gesunken. Die veränderte gesellschaftliche Stellung lediger Mütter und die Gleichstellung unehelicher Kinder mit ehelich Geborenen zeigen hier ihre Auswirkungen. Die gesellschaftliche Anerkennung von unterschiedlichen Familienmodellen ermöglicht, dass mehr Kinder in ihrer Geburtsfamilie aufwachsen können. Dieser begrüßenswerte Trend wird auch in den nächsten Jahren stabil bleiben.

Juristische Möglichkeiten zur Vereinfachung von Adoptionen werden nicht zur Erhöhung der Adoptionszahlen führen. Trotz rückläufiger Adoptionen ist es auch in den nächsten Jahren wichtig, den Personalbestand in den Adoptionsvermittlungsstellen aufrecht zu erhalten. Eine stabile, qualitativ gute Betreuung der Adoptionspflegefamilien verhindert Abbrüche, die den Kindern weitere belastende Lebensereignisse erspart. Zudem steigt die Zahl der Adoptierten, die Beratung und Begleitung der Adoptionsvermittlungsstellen auf der Suche nach Ihren biologischen Wurzeln brauchen.

Dagmar Trauter                                                     Dr. Carmen Thiele
Vorsitzende des PFAD Bundesverbandes                     Fachreferentin

PFAD-Fachinformation Adoptionen 2009 (pdf)

 
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