International

PFAD Fachinformation zum grenzüberschreitenden Umzug mit einem Pflegekind

Anhand eines Beispielfalls erläutern wir, was Pflegeeltern beachten und wie sie vorgehen müssen, wenn sie mit ihrem Pflegekind ins Ausland ziehen möchten. Praxisbeispiel Lara lebt seit ihrem 10. Lebensmonat bei Familie Schneider als Pflegekind. Jetzt ist Lara 6 Jahre und die Einschulung steht demnächst an. Laras Pflegevater arbeitet in einer Firma, die hochwertige Maschinen montiert. Beruflich soll er für die nächsten 5 Jahre nach Frankreich gehen. Laras Pflegemutter arbeite als Übersetzerin und ist nicht ortgebunden. Familie Schneider möchte gemeinsam mit Lara ihren Wohnort nach Frankreich verlegen. Bisher leben Sie im Bundesland Hessen. Doch so einfach geht das nicht. Eine Pflegefamilie ist keine Adoptivfamilie. Auch wenn Herr und Frau Schneider die [...]

Studie aus Großbritannien belegt: Häufig umplatzierte Kinder in Pflege haben mehr als doppelt so häufig psychische Probleme

Die im September 2025 im British Journal of Psychiatry veröffentlicht Studie über den Zusammenhang zwischen der Instabilität der Unterbringung und der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Pflegeerfahrung ist die erste Metaanalyse, die den Zusammenhang zwischen Platzierungsänderungen und psychischer Gesundheit bei Kindern in Vollzeitpflege untersucht. Anhand von Daten aus 15 britischen Studien mit fast 7.000 pflegeerfahrenen Kindern und jungen Menschen fanden die Forscher einen klaren Zusammenhang zwischen häufigen Platzierungsänderungen und psychischen Problemen. Ohnehin leiden in Vollzeitpflege untergebrachte Kinder schon häufiger unter psychischen Beeinträchtigungen. Werden sie auch noch häufig umplatziert, verdoppelt sich das Risiko psychischer Probleme. Neue Erkenntnisse deuten auf eine wechselseitige Beziehung hin, bei der eine instabile Unterbringung sowohl [...]

Von |2025-10-10T15:40:13+02:007. Oktober 2025|Fachkräfte, Forschung, International, Jugendhilfe|

Artikel „Me and My Second Family: When Children Live in Foster Care“

Gemeinsam mit Forscher*innen der RWTH Universität Aachen haben Ulrike Schulz und Luise Essen von PFAD den englischsprachigen Artikel "Me and My Second Family: When Children Live in Foster Care" ("Ich und meine zweite Familie: Wenn Kinder in Pflegefamilien leben") auf Frontiers for Young Minds veröffentlicht. Der Text richtet sich an junge Menschen. 🔬 Frontiers for Young Minds ist eine Plattform, auf der junge Menschen mit führenden Wissenschaftlern zusammenarbeiten, um Spitzenforschung zu überprüfen und sicherzustellen, dass diese für Gleichaltrige zugänglich ist. Sie ist Teil von Frontiers, einer der weltweit größten und einflussreichsten Wissenschaftsverlage, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, von Fachkollegen geprüfte und qualitätsgeprüfte Wissenschaft öffentlich zugänglich zu machen. zum [...]

Schweiz steigt aus der Internationalen Adoption aus

(pfad-us) Mehrere Forschungsberichte belegten häufige Unregelmäßigkeiten bei Auslandsadoptionen aus vielen Ländern in die Schweiz. Es stellte sich heraus, dass die rechtswidrigen Verfahren keine Einzelfälle waren und System hatten. Man geht von mehreren Tausend Betroffenen aus. Bereits 2020 räumte der Bundesrat Versäumnisse der Schweizer Behörden ein und entschuldigte sich dafür. Daraufhin fand eine vertiefte Untersuchung der Praxis der Internationalen Adoption statt. Am 29.01.2025 wurde der Abschlussbericht der eingesetzten, unabhängigen Expertengruppe in einer Medienkonferenz (YouTube-Link) vorgestellt. Der Schweizer Bundesrat verkündete, wie die künftige Politik der Schweiz im Bereich der Internationalen Adoption aussehen soll. Obwohl bereits einiges unternommen wurde, um Internationale Adoptionen transparenter und sicherer zu machen, zieht der Bundesrat den Ausstieg aus [...]

Von |2025-02-09T13:07:42+01:009. Februar 2025|Adoptivfamilie, Forschung, International|

Ungarn: Mangel an Pflegefamilien und die Folgen

Tagesschau.de berichtete am 23.01.2025 über "Ungarns zurückgelassene Kinder". Laut Aussagen von SOS-Kinderdorf Ungarn werden nicht wenige Kinder von ihren Müttern aus wirtschaftlicher Not nach der Geburt in Kliniken zurückgelassen. Weil die Zahl der Kinder im Kinderschutzsystem stark gestiegen ist, aber die Zahl der Pflegeeltern nicht entsprechend zugenommen hat, verbleiben die Säuglinge oft monatelang ohne Bindungsangebot in den Krankenhäusern. Die ungarische Regierung hat zwar ein neues Gesetz erlassen, dass deren Adoption erleichtern soll, wenn sie in den ersten sechs Lebenswochen nicht von ihren Eltern oder nahen Verwandten besucht worden sind. Doch das beträfe nur ca. 20 Prozent. Für die anderen 80 Prozent würden Pflegefamilien benötigt, so SOS-Kinderdorf Ungarn.

Von |2025-02-07T17:15:27+01:0026. Januar 2025|International, Pflegefamilie|

Erfolgreiches Pflegeeltern-Programm in Ruanda

Die Britische Times berichtete am 17.01.2025, dass Ruanda auf dem Weg sei, das erste afrikanische Land ohne Waisenhäuser zu werden. Unter dem Motto "Lasst uns Kinder in der Familie aufziehen" bringt Ruanda mit dem sog. "Guardian Angel" (Schutzengel) Programm Tausende von Kindern aus Waisenhäusern bei ausgebildeten Pflegeeltern unter. Den Start bildeten Informationen im Radio- und Fernsehprogramm, die das Bewusstsein für den negativen Einfluss schärften, den Waisenhäuser auf die Entwicklung von Kindern haben können.

Von |2025-01-20T14:53:46+01:0020. Januar 2025|International, Pflegefamilie|

Tschechien fördert Pflegefamilien und schafft Kinderheime für Kinder unter drei Jahren ab

Tschechien möchte mit verschiedenen Maßnahmen die Zahl der Pflegeeltern im Land erhöhen und Kinderheime für Kinder unter drei Jahren abschaffen. Durch eine Gesetzesänderung wird das Verfahren zur Beurteilung neuer Pflegeelternbewerber*innen vereinfacht. Organisationen, die Pflegeeltern unterstützen, sollen höhere staatliche Zuschüsse erhalten. Quelle: www.anwalt.de vom 17.01.2025

Von |2025-01-21T13:19:19+01:0017. Januar 2025|International, Pflegefamilie|

ARTE Dokumentation „Adoptivkinder – Skandal ohne Grenzen“

ARTE zeigt mit "Adoptivkinder - Skandal ohne Grenzen" eine wichtige Dokumentation zum Thema Internationale Adoptionen. Beleuchtet werden historische, politische, wirtschaftliche und soziale Dimensionen, die das System grenzüberschreitender Adoptionen seit den 80er Jahren anfällig machten für illegale Praktiken. Die Betroffenen, heute erwachsenen Adoptierten vernetzen sich zunehmend und machen auf die systematische Natur des Kinderhandels aufmerksam. Sie fordern Aufklärung in Bezug auf ihre häufig gefälschten Identitäten sowie die Umstände ihrer Adoptionen und verlangen Unterstützung bei ihrer schwierigen Identitätsklärung. Darüber hinaus erwarten sie auch Rechenschaft von denjenigen Staaten, die ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern, ihren leiblichen Familien und letztendlich auch den Adoptiveltern nicht nachkamen. Die Sendung kann auch über die ARTE Mediathek angesehen [...]

Auch in Luxemburg fehlt es an Pflegefamilien

Im Artikel "Schwierige Situation in Luxemburg: Das Kinderheim sollte der letzte Ausweg sein" vom 18.04.2024 wird berichtet, dass die Anzahl der Pflegefamilien in Luxemburg in den letzten 10 Jahren zwar von 196 auf 475 angestiegen ist. Doch dies sei zu wenig, um alle Kinder und Jugendlichen, die nicht in ihrer leiblichen Familie leben können, aufzunehmen. „Wir brauchen doppelt so viele Pflegefamilien. (...) Was das klassische Modell der Pflegefamilie angeht, stehen wir im europäischen Vergleich sehr schlecht da“, so Mireille Molitor, Präsidentin der FleegeElteren Lëtzebuerg a.s.b.l. Von den 1.461 Kindern und jungen Erwachsenen, die in Luxemburg außerhalb ihrer leiblichen Familie untergebracht wurden, sind 60 Prozent in Heimen untergebracht und nur 40 [...]

Von |2024-04-19T14:24:04+02:0018. April 2024|International, Pflegefamilie|

Schweiz findet Unregelmäßigkeiten bei Auslandsadoptionen aus zehn weiteren Herkunftsstaaten

Bereits 2020 deckte eine vom Schweizer Bundesrat in Auftrag gegebene Studie zahlreiche, teilweise schwerwiegende Unregelmässigkeiten im Rahmen der Vermittlungen von Adoptivkindern aus Sri Lanka in die Schweiz zwischen 1973 und 1997 auf. Daraufhin wurde eine weitere Recherche zu den folgenden zehn Ländern in Auftrag gegeben: Bangladesch, Brasilien, Chile, Guatemala, Indien, Kolumbien, Südkorea, Libanon, Peru und Rumänien. Der nun vorgelegte Bericht zeigt, dass irreguläre oder gar illegale Praktiken nicht auf Sri Lanka beschränkt waren, sondern dass alle untersuchten zehn Länder in unterschiedlichem Ausmass betroffen waren und dass die Schweizer Behörden davon Kenntnis hatten und sich dessen bewusst waren. Mehrere tausend Adoptivkinder im untersuchten Zeitraum könnten von den Unregelmässigkeiten betroffen sein. Der [...]

Von |2023-12-10T14:30:19+01:0010. Dezember 2023|Adoptivfamilie, Fachkräfte, International, Politik|
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