Finanzielles

PFAD fordert Berücksichtigung von Pflegeeltern in der aktuellen Elterngeldreform

Mit einem Offenen Brief wenden wir uns an das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, um an das - bereits zum zweiten Mal im Koalitionsvertrag angekündigte - Vorhaben der Regierung zu erinnern, Pflegeeltern in den Kreis der Bezieher von Elterngeld aufzunehmen. Denn wieder scheint es unter den Tisch zu fallen. zum Offenen Brief zur fehlenden Berücksichtigung von Pflegeeltern in der aktuellen Elterngeldreform (pdf)  

PFAD Stellungnahme: Bundesweite Kürzungen von erhöhten Pauschalbeträgen zur Anerkennung der Erziehung und Pflege (§ 39 SGB VIII) ohne Veränderungen des tatsächlichen Mehrbedarfs von Pflegekindern

PFAD Berlin, 23. Januar 2026 Stabile und entwicklungsfördernde Lebensbedingungen für junge Menschen in der Bereitschafts- und Vollzeitpflege bedürfen neben u.a. dem persönlichen Engagement, hoher sozialer Kompetenzen und Fachwissen von Pflegeeltern sowie einer verlässlichen und professionellen Beratung durch die Pflegekinderhilfe auch einer bedarfsgerechten finanziellen Absicherung durch die öffentliche Jugendhilfe. Kommt die öffentliche Jugendhilfe dieser Absicherung bei Pflegeverhältnissen mit Mehrbedarf nicht nach, gefährdet sie damit nicht nur die Existenz von Pflegefamilien, sondern auch die Infrastruktur der erzieherischen Hilfen. Finanzierung von Pflegeverhältnissen über verschiedene Pauschalbeträge § 39 SGB VIII regelt die „Leistungen zum Unterhalt des Kindes oder des Jugendlichen“, wenn der junge Mensch außerhalb der Herkunftsfamilie, z.B. in einer Pflegefamilie, lebt. Diese als [...]

Stadt Halle (Saale) entwickelt erstes Anstellungsmodell für Pflegeeltern in Deutschland

(pfad/us) In Halle (Saale) ist der Anteil der in Heimgruppen untergebrachten Kinder und Jugendlichen vergleichsweise hoch. Daher möchte die Stadt die Attraktivität der Pflegeelternschaft stärken. Ziel ist, in den nächsten drei Jahren die Anzahl der Bereitschaftspflegefamilien von 12 auf 50 zu erhöhen und die Dauerpflegen bei nichtverwandten Pflegepersonen zu verdoppeln. Dafür wurde das erste Anstellungsmodell in Deutschland entwickelt, das über freie Träger sichergestellt werden soll. Sowohl Dauer- als auch Bereitschaftspflegepersonen können ein Anstellungsverhältnis eingehen und damit zusätzlich zu den Leistungen aus der Pflegegeldverordnung des Landes Sachsen-Anhalt einen Zusatzbetrag erhalten, mit dem zusätzliche Tätigkeiten honoriert werden, wie Dokumentationszeit, Supervisionen, Fallberatungen beim Pflegekinderdienst (PKD), Arztbesuche oder Begleitung von Umgangskontakten. Der Jugendhilfeausschuss der [...]

Von |2025-12-18T21:32:43+01:0016. Dezember 2025|Finanzielles, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Sachsen-Anhalt|

Rheinland-Pfalz fordert Einführung des Elterngeldes für Pflegeeltern

Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat am 13.11.2025 zwei Initiativen zum Elterngeld in den Bundesrat eingebracht: Drucksache 670/25: Entschließung des Bundesrates „Elterngeld vereinfachen - Familien und Behörden entlasten“ Drucksache 671/25: Entschließung des Bundesrates „Elterngeld für Pflegeeltern und Beträge an Preisentwicklung anpassen“ Hier ist in der Begründung zu lesen: "Es gibt keinen sachlichen Grund, dass Pflegeeltern bislang keinen Anspruch auf Elterngeld haben. Elterngeld ist dafür gedacht, Eltern zu unterstützen, die nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit reduzieren, um sich um das neugeborene Kind zu kümmern. Genau dies tun auch Pflegeeltern, die erstmals ein Pflegekind aufnehmen. Die Einführung des Elterngeldes für Pflegeeltern ist nach wie vor ein dringliches Anliegen. Pflegeeltern leisten einen unschätzbaren [...]

Jugendamt Ansbach führt „Eingewöhnungsbonus“ für Vollzeitpflegefamilien ein

Kommunen, die sehr gute Erfahrungen damit machen, elterngeldanaloge Leistungen im Rahmen der Annexleistungen nach § 39 SGB VIII zu zahlen, findet zunehmend Nachahmer. "Um weiterhin Vollzeitpflegepersonen zu gewinnen und die auch von der Politik erkannte Gesetzeslücke bis zu einer bundeseinheitlichen Regelung zu schließen", hat jetzt auch das Jugendamt der Stadt Ansbach in Bayern ein eigenes Modell entwickelt, das ab 01.01.2026 gelten wird. Ausgehend von einer Eingewöhnungszeit von durchschnittlich drei Monaten erhält eine Pflegeperson, die ihre Erwerbstätigkeit für die Aufnahme eines Pflegekindes im Rahmen der Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII) nachweislich unterbricht, einen sogenannten „Eingewöhnungsbonus“ für die Dauer von 3 Monaten. Pflegepersonen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen und in Fällen, in denen [...]

Von |2025-11-05T13:21:50+01:005. November 2025|Bayern, Finanzielles, Jugendhilfe, Politik|

Neue Empfehlungen zu Taschengeld und Budgetgeld

Es gibt viele offene und strittige Fragen, wenn es um das Thema Taschengeld geht: Ab wann? Wie viel und wofür? Dabei spielt die Höhe des Taschengelds nicht die entscheidende Rolle. Viel wichtiger ist, dass Kinder in regelmäßigen Abständen eine kleine Summe unaufgefordert und unabhängig von ihrem Verhalten bekommen, über die sie frei verfügen können. So lernen sie schon in jungen Jahren mit Geld umzugehen. Wichtig ist auch, dass Eltern offen mit ihren Kindern über die finanzielle Situation der Familie und die Höhe des Taschengeldes sprechen und nicht bewerten, wofür die Kinder das Geld verwenden. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) setzt sich bereits seit vielen Jahren mit diesem Thema auseinander. Im September [...]

Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Fortschreibung der Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege für 2026

Die Pauschalbeträge für Pflegeeltern steigen entsprechend der jährlich vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. veröffentlichten Empfehlungen. Für das Jahr 2026 empfiehlt der Deutsche Verein eine Anhebung des Pauschalbetrags für die Pflege und Erziehung auf 439,– € (+ 9 €). Für den Sachaufwand (Unterhalt des Pflegekindes) gelten im nächsten Jahr diese monatlichen Pauschalen: für ein 0-6-jähriges Pflegekind 764 € (+ 16 €) für ein 6-12-jähriges Pflegekind 923 € (+ 39 €) für ein 12-18-jähriges Pflegekind 1072 € (+ 22 €) Darüber hinaus ist zu beachten, dass Ausgaben, die rechtlich nicht als regelmäßig wiederkehrender Bedarf im Sinne des § 39 Abs. 3 SGB VIII zu werten sind, nicht vom [...]

Careleaver und Finanzen – Tipps für eine gute Begleitung von der Jugendhilfe in die Selbständigkeit

Der Übergang aus der Jugendhilfe in die Selbstständigkeit ist herausfordernd – vor allem finanziell. Der neue online Praxisleitfaden Careleaver & Finanzen (pdf) liefert wertvolle Tipps für Fachkräfte, Pflegeeltern & junge Erwachsene! Er wurde herausgegeben vom institut für finanzdienstleistungen e.V. Dieser Leitfaden bietet hilfreiches Grundwissen zu finanziellen Themen, die direkt den Alltag betreffen. Er kann von vorne nach hinten gelesen werden oder themenspezifisch genutzt werden. Der Leitfaden richtet sich an Multiplikator*innen und enthält neben kompaktem Finanzwissen auch alltagstaugliche Ideen, wie Gespräche über Geld geführt oder wie junge Menschen bei finanziellen Fragen unterstützt werden können. zum Download (pdf)

Offener Brief der Bundesfachverbände für Erziehungshilfen an Bundeskanzler Merz

Die Fachverbände für Erziehungshilfen (IGfH, EREV, BVkE und AFET) haben mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Merz auf Äußerungen zur „Jugend- und Eingliederungshilfe“ beim Kommunalkongress des Deutschen Städte- und Gemeindebundes in Berlin am 03.06.2025 reagiert. Merz hatte dort u.a. gesagt: „Lassen Sie mich ein weiteres offenes Wort sagen, meine Damen und Herren. Wir werden eine umfassende Ausgabenüberprüfung vornehmen müssen, auch im Sozialrecht. Ich will vor der Klammer sagen: Es ist völlig selbstverständlich, die Bundesrepublik Deutschland bleibt ein sozialer Rechtsstaat. Wir werden dafür sorgen, dass diejenigen, die den Sozialstaat brauchen, ihn auch in Zukunft ohne Wenn und Aber zur Verfügung haben. Dass wir allerdings über Jahre hin jährliche Steigerungsraten von bis [...]

Von |2025-07-04T17:04:31+02:0020. Juni 2025|Finanzielles, Jugendhilfe, Politik, Stellungnahmen|

Zweiter Anlauf: Elterngeld für Pflegeeltern

"Wir stärken die Rechte von Pflegeeltern und führen für sie ein Elterngeld ein." Das ist der kleine Satz in Zeile 3145 des am 9. April veröffentlichten Koalitionsvertrages, auf den wir gehofft haben. Am Vormittag desselben Tages, als die Pläne der neuen Regierung noch nicht klar waren, diskutierten Dr. Carmen Thiele, Luise Essen und Ulrike Schulz das Thema bereits ausführlich mit Mitarbeitenden des BMFSFJ und warben für die Aufnahme von Pflegeeltern in den Kreis der Bezieher*innen von Elterngeld. Nachdem der Plan schon im letzten Koalitionsvertrag von 2021 stand, aber nicht verwirklicht wurde, setzen wir nun auf einen erfolgreichen zweiten Anlauf und werden weiter aktiv dafür werben, dass auch Pflegeeltern, bei denen [...]

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