Stellungnahmen

BRJ kritisiert Sparvorgaben in Berliner Jugendämtern

Der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe (BRJ e.V.) - die Ombudsstelle für Berlin - kritisiert in einer Stellungnahme die Vorgehensweise mehrerer Berliner Jugendämter. Anlass sind Vorgaben zur Jugendhilfe, die nach Einschätzung des BRJ den Eindruck erwecken, dass finanzielle Sparziele zunehmend die Hilfeplanung bestimmen. Der Verein betont, dass Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe gesetzlich am individuellen Bedarf junger Menschen auszurichten sind und nicht von Haushaltslagen abhängig gemacht werden dürfen. Kritisch bewertet werden unter anderem pauschale Reduzierungen von Betreuungsleistungen, die Begrenzung von Hilfen für junge Volljährige sowie Vorgaben zur frühzeitigen Verselbständigung und Wohnraumsuche. Der BRJ warnt davor, dass solche Regelungen den gesetzlichen Anspruch auf bedarfsgerechte Unterstützung unterlaufen und angesichts der angespannten Wohnraumsituation insbesondere junge [...]

Elterngeldreform enttäuscht Pflegeeltern – PFAD Bundesverband sieht Notwendigkeit der Ausweitung von Leistungsberechtigten

Die aktuelle Elterngeldreform sieht trotz jahrelanger Forderungen keine Geldleistungen für Pflegeeltern vor. In unserer heutigen Pressemitteilung machen wir auf die dadurch entstehende Ungerechtigkeit für Pflegefamilien aufmerksam und fordern mit Nachdruck, das Gesetz jetzt nachzubessern.  Elterngeldreform enttäuscht Pflegeeltern – PFAD Bundesverband sieht Notwendigkeit der Ausweitung von Leistungsberechtigten Berlin, 14.07.2026 Die erwarteten Änderungen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes führen derzeit zu bundesweiten Diskussionen. Der entsprechende Gesetzesentwurf liegt dem PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e. V. nun vor und sorgt vor allem bei Pflegeeltern für große Enttäuschung. Trotz wiederholter Ansprache, Stellungnahmen und Appelle an das Bundesfamilienministerium durch den PFAD Bundesverband und viele andere Verbände werden Pflegeeltern im bisherigen Entwurf nicht als leistungsberechtigte Elterngeldempfänger*innen [...]

PFAD Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen des BMJV

In dieser Woche hat der PFAD Bundesverband zwei Stellungnahmen an das Bundesjustizministerium gesendet. Inhaltlich geht es in diesen um eine ganze Reihe bevorstehender Gesetzesentwürfe, welche auch Einfluss auf die Rechtsstellung und den Alltag von Pflegekindern und -familien haben werden. Gelobt wurde u. a. der bessere Schutz von Pflegekindern vor einer ungerechtfertigten Herausnahme aus der Pflegefamilie. Kritisiert wurde u. a. die fehlende Möglichkeit des Beschwerdewegs von Pflegeeltern. Auch bleiben noch wichtige Punkte u. a. zu Adoptionsthemen unbeantwortet. Insgesamt bewerten wir die zu erwartenden Änderungen für Pflegefamilien als tendenziell positiv, nicht zuletzt auch, weil wir eine positive Haltung der ministeriellen Ebene zum Pflegekindschaftsrecht wahrnehmen. Pflegefamilien werden nun auch im BGB nicht mehr [...]

Weitere Gesetzesänderungen im Familienrecht erwartet – PFAD ist mit dabei!

Bereits seit mehreren Jahren gibt es bundesweite Bestrebungen für ein Kindschaftsmodernisierungsgesetzes (KiMoG), welches auch Einfluss auf die Rechtsstellung von Adoptiv- und Pflegeeltern sowie der bei ihnen lebenden jungen Menschen haben wird. Auf Grundlage eines im Mai verabschiedeten Referentenentwurfs des Bundes wurden die Änderungen und Neufassungen heute am 15.06.2026 im Bundesjustizministerium diskutiert. Über 80 Teilnehmer*Innen aus 50 Verbänden folgten der Einladung zur digitalen Verbändeanhörung, bei welcher natürlich auch der PFAD Bundesverband vertreten war. Neben Änderungen zur Stärkung des Kindeswohls und dem Schutz vor häuslicher Gewalt wurden heute auch zentrale Themen der Adoptions- und Pflegekinderhilfe diskutiert. Wir sehen das Recht von Eltern und jungen Menschen gestärkt, z.B. durch die Ausdifferenzierung des Begriffs [...]

PFAD: Wir wollen nicht wieder von vorne anfangen!

Einbezug der vorliegenden Expertisen zur Pflegekinderhilfe in die Reformmaßnahme des BMBFSFJ – JETZT! Auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend war auch der PFAD Bundesverband am 01.06.2026 in Berlin zum großen Pflegekinderhilfe-Austausch vor Ort. Es wurden in mehreren Arbeitsgruppen wichtige Herausforderungen und Lösungsansätze aus dem Kreis der Expert*innen der Pflegekinderhilfe identifiziert. Dazu gehörten der flächendeckende Ausbau der Beratungsangebote für Pflege- und Herkunftseltern sowie Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten von Pflegekindern, aber auch finanzielle Themen wie das Elterngeld für die finanzielle Absicherung von Pflegeeltern. Die beiden PFAD Fachreferent*innen Simon Hilmes M.A. und Dr. Carmen Thiele mit Regierungsdirektorin Dr. Carolin Söfker (BMBFSFJ - Leiterin des Referats 612,Recht der Kinder- [...]

Warum man die Jugendhilfe nicht kaputtsparen darf!

Standpunkt der PFAD Bundesvorsitzenden Ulrike Schulz, aus der PFAD Fachzeitschrift 02/2026 An dieser Stelle war geplant, dass ich unsere(n) Standpunkt(e) zusammenfasse, über Haltungen, Konzepte, Maßnahmen und Leistungen, die dazu beitragen, Pflege- und Adoptivkinder stark zu machen. Doch die jüngsten politischen Entwicklungen gehen in eine Richtung, die z. T. lange erarbeitete Verbesserungen und Rechte wieder in Frage stellt. Daher halte ich es für wichtiger, dies aktuell zu kommentieren. Enttäuschende Reformvorschläge Der Ende März vorgelegte Referentenentwurf eines Ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG) hat die Fachwelt irritiert und enttäuscht. Das ambitionierte Vorhaben, eine „große Lösung“ zu finden, die Jugendhilfe und Eingliederungshilfen für Kinder und Jugendliche unter einem [...]

PFAD Stellungnahme zum Entwurf des 1. KJHSRG

Um die Reform der inklusiv ausgestalteten Kinder- und Jugendhilfe hin zu einer Zuständigkeit für alle Kinder wie geplant bis zum 1.1.2028 umsetzen zu können, wird dieser Schritt politisch schon über drei Legislaturperioden hinweg verfolgt. Nachdem die Umsetzung im letzten Jahr mit dem Bruch der Ampel-Koalition zum Erliegen kam, werden nach dieser langen Zeit nun hohe Erwartungen an dieses Gesetz geknüpft. Am 23.03.2026 legte das BMBFSFJ nun seinen Referentenentwurf eines Ersten Gesetzes zur Strukturreform (1. KJHSRG) den Fachverbänden der Kinder- und Jugendhilfe vor. Der PFAD Bundesverband griff diese Möglichkeit natürlich gerne auf und verfasste dazu eine kritische Stellungnahme.

Bundesfachverbände für Erziehungshilfen: Recht auf individuelle Aufarbeitung verlässlich umsetzen

Die Bundesfachverbände für Erziehungshilfen AFET , BVkE , EREV und IGfH haben am 12. Februar 2026 ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der bundesrechtlichen Rahmenbedingungen der Aufarbeitung in der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht: Mit § 9b SGB VIII hat der Bundesgesetzgeber erstmals einen eigenständigen Rechtsrahmen für individuelle Aufarbeitungsprozesse geschaffen. Die Norm setzt wichtige Impulse, bleibt jedoch in ihrer Ausgestaltung unbestimmt und wirft Fragen auf. Es bedarf einer Präzisierung der bundesrechtlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Absicherung, um das Recht auf Aufarbeitung nicht nur normativ zu verankern, sondern auch praktisch wirksam werden zu lassen. Folgende Eckpunkte werden in der Positionierung diskutiert: Recht auf (Biografie-)Aufarbeitung Bundesweite Leitlinien unter Beteiligung Betroffener Anspruch auf Begleitung bei der Einsichtnahme [...]

PFAD fordert Berücksichtigung von Pflegeeltern in der aktuellen Elterngeldreform

Mit einem Offenen Brief wenden wir uns an das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, um an das - bereits zum zweiten Mal im Koalitionsvertrag angekündigte - Vorhaben der Regierung zu erinnern, Pflegeeltern in den Kreis der Bezieher von Elterngeld aufzunehmen. Denn wieder scheint es unter den Tisch zu fallen. zum Offenen Brief zur fehlenden Berücksichtigung von Pflegeeltern in der aktuellen Elterngeldreform (pdf)  

Warum ist es für Jugendämter sinnvoll, mit Selbstvertretungen von Pflege- und Adoptivfamilien zusammenzuarbeiten?

Standpunkt der PFAD Bundesvorsitzenden Ulrike Schulz, aus der PFAD Fachzeitschrift 01/2026 Wie Jugendämter zur Zusammenarbeit mit regionalen Zusammenschlüssen von Pflege- und Adoptivfamilien stehen, ist nach außen meist kaum erkennbar. Öffentliche Anerkennung bezieht sich häufig nur auf einzelne Familien, ebenso wie Versprechen guter fachlicher Begleitung  für neue Pflegeeltern in Werbekampagnen der Jugendämter. Auch in schriftlichen Konzepten der einzelnen Pflegekinderdienste wird die Kooperation mit selbstorganisierten Selbsthilfe- und Selbstvertretungsstrukturen bislang selten systematisch berücksichtigt. Die tatsächliche Haltung eines Jugendamtes zeigt sich oft erst in der Praxis – dann, wenn konkrete Unterstützung und Zusammenarbeit gesucht oder konstruktive Kritik geäußert wird. Ob Kooperation gelingt, kann von vielen Faktoren im Jugendamt abhängen: Personalsituation, Ressourcen, persönlichen Erfahrungen, [...]

Nach oben