Übersicht Forschungsprojekte

Wir haben hier Informationen zu über 80 vorwiegend deutschsprachigen Forschungsprojekten und Dissertationen aus den Themenbereichen Adoption und Vollzeitpflege seit 2005 chronologisch zusammengestellt:

  • Um was geht es?
  • Wer hat daran gearbeitet?
  • Wer war Projektträger?
  • Wo findet man die Ergebnisse?

Zusammenarbeit mit Eltern in der Pflegekinderhilfe (2019-2022)

Ziel des Projekts war es, innovative, partizipative und beziehungserhaltende Angebote für Eltern zu entwickeln, zu erproben und zu bewerten. Dabei sollten deren Bedürfnisse und Wünsche als relevant anerkannt, sowie rechtliche und pädagogische Ansprüche erfüllt werden. An den drei Standorten wurden verschiedene Formate förderlicher Kooperationsbeziehungen zwischen Eltern und Pflegeeltern überprüft, die Spannungen und Konkurrenz abbauen helfen und den Pflegekindern ermöglichen, beiden Familien einen wichtigen Stellenwert beimessen zu dürfen.

Projektträger: Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V.

Projektpartner: PiB Bremen gGmbH | PFIFF gGmbH Hamburg | Wellenbrecher e.V. Herne | Perspektive gGmbH

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Careleaving in der Pflegekinderhilfe (2019-2021)

Die Zielstellung bestand darin, im Austausch mit Pflegekindern, Careleaver*innen, Pflegefamilien und allen relevanten Akteur*innen eine tiefergehende Expertise aufzubauen, sinnvolle Qualifizierungsformate im Hinblick auf das Careleaving zu strukturieren und zu verbreiten und sich an dem Aufbau eines belastbaren Netzwerks und einer kompetenten Informationsbündelung zu beteiligen.

Projektpartner: Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. | Brückensteine Careleaver

Projektträger: DROSOS Stiftung

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Zugänge zu einer Sozial- und Kulturgeschichte der Adoption (2019-2021)

Das Buchprojekt „Die Geschichte der Adoption im 19. und 20. Jahrhundert“ verfolgt das Ziel, ihre sozialgeschichtlichen Aspekte im Licht einer erweiterten Kindheits- und Familiengeschichte zu betrachten. Die Adoption ist ein Spiegel des sich verändernden Familienbildes in den westlichen Gesellschaften und in der Form der Auslandsadoption ist sie überdies Teil der Globalisierung.

Welche unterschiedlichen rechtlichen Entwicklungen gab es, welche gesellschaftspolitischen und parlamentarischen Debatten? Welche institutionellen Rahmenbedingungen entwickelten sich, wie kristallisierte sich eine Professionalisierung des Adoptionsprozesses heraus? Wann und unter welchen politischen Umständen wurde die Adoption ein gesellschaftlich relevantes Thema, wie nahm die Familienpolitik sich ihrer an, und wie gestaltete sich ein Wettbewerb unter den kirchlichen und staatlichen Fürsorgeeinrichtungen, wer die Kontrolle über den Pflege- und Adoptionsprozess ausüben solle? Welche Rolle spielten die emotionalen Aspekte und die Frage der Geheimhaltung der Adoption? So wie es verschiedene Familienbilder gab, so konkurrierten auch verschiedene soziale und kulturelle Modelle der Adoption miteinander, wenn es um nationale Traditionen und transnationale Einflüsse ging.

Das Forschungsprojekt soll u.a. die Spannungsfelder zwischen privaten und staatlichen Interessengruppen und die Professionalisierung und Institutionalisierung der Adoption ausloten, ebenso die Standardisierung des Adoptionsverfahrens als Teilaspekt der Familien- und Kindheitsgeschichte nachzeichnen. Es wird dabei eine Vielfalt von Problemen berühren, die zur Sozialgeschichte des Kindes, der abgebenden Eltern und der Adoptiveltern sowie der kirchlichen und staatlichen Vermittlungsämter gehören. Fragen wie die nach der Identität des Adoptivkindes, der Normalisierung von Adoptivelternschaft und die Erwartungshaltung an die Familie als Keimzelle der Gesellschaft werden gestellt. Der intime Binnenraum der unmittelbar Betroffenen wird dadurch erweitert um denjenigen der aktiv Beteiligten: der Rechtsgeber, Sozialarbeiter, Adoptionsvermittlungsstellen, der Wohlfahrtspflege im allgemeinen u.v.m. Das Projekt wird eine globalgeschichtliche Perspektive einnehmen und Aspekte der europäischen in Bezug zu Beispielen der nicht-europäischen Kindheits- und Familiengeschichte setzen.

Projektpartner: Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden | Uni Marburg

Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Buch „In unsere Mitte genommen – Adoption im 20. Jahrhundert“
Artikel „Warum lügen? Eine Geschichte der Adoption nach 1945“

Wohlbefinden und Belastungen von Adoptivfamilien (2019-2020)

In allen Fällen von Fremdadoption kann die Adoption als Intervention verstanden werden, die zu positiver Entwicklung eines Kindes nach häufig negativen Vorerfahrungen beitragen kann (van Ijzendoorn und Juffer 2006). Forschungsbefunde bestätigen eindrücklich die Chancen, die Adoptionen Kindern für ihre Entwicklung bieten können (z.B. Selwyn und Quinton 2004; van Ijzendoorn und Juffer 2006). Dennoch zeigen internationale Studien auch, dass Adoptivkinder häufiger als gleichaltrige Kinder Entwicklungsrückstände aufweisen, psychisch belastet sind und mehr Bindungsprobleme sowie Lernschwierigkeiten haben als nicht-adoptierte Kinder (z.B. Juffer und van Ijzendoorn 2012; Palacios und Brodzinsky 2010; van den Dries et al. 2009).

In einer Studie wurden in den Jahren 2016 bis 2017 erstmals in Deutschland eine größere Gruppe von Adoptivfamilien (N=257) zu ihren Erfahrungen und ihrer Lebenssituation befragt. Im Fokus standen dabei unter anderem die Entwicklung und Belastungen der Kinder, die Belastungen der Eltern sowie die damit im Zusammenhang stehenden Unterstützungsbedarfe der Familien. Die zentralen Befunde dieser ersten Erhebung zeigen, dass etwa 25% der Kinder, die im Inland adoptiert wurden, sowie 38% der Kinder, die aus dem Ausland adoptiert wurden, Belastungen in Form von klinisch relevanten Verhaltensproblemen, auffälligem Bindungsverhalten und/oder Entwicklungsverzögerungen aufwiesen. Risikofaktoren für ein erhöhtes Auftreten von klinisch relevanten Belastungen der Kinder waren vor allem negative Vorerfahrungen wie Misshandlung und Vernachlässigung sowie eine längere Fremdunterbringung vor der Adoption. Je mehr belastende Vorerfahrungen die Adoptivkinder erlebt hatten und je länger sie vor der Adoption in einem Heim lebten, desto mehr Probleme in der Entwicklung und Verhalten hatten die Adoptivkinder nach der Adoption. Diese Belastung der Kinder war auch mit einer erhöhten Belastung der Adoptiveltern assoziiert. So waren Eltern mit belasteten Adoptivkindern selber belasteter, berichteten mehr psychosomatische Symptome, erlebten sich als weniger selbstwirksam im Umgang mit schwierigem Verhalten der Kinder und berichteten zudem häufiger von ungünstigem Elternverhalten.

Projektpartner: Deutsches Jugendinstitut e.V.

Projektträger: Bundesministerium der Familien, Senioren, Familie und Jugend (BMFSFJ)

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Mediation mit Pflege- und Herkunftsfamilien zur gelingenden Förderung und Entwicklung von Pflegekindern (2019)

Die Masterarbeit, die im Rahmen des Studiengangs Master of Mediation erstellt wurde, untersuchte mit einem Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Contarini-Institut die Anwendung von Mediation im Bereich des Pflegekinderwesens. Mittels einer deutschlandweiten Onlinebefragung aller Jugendämter wurden die Fachexperten gehört, ob im Spannungsfeld Herkunftseltern – Pflegeeltern ein komplexes und störanfälliges Beziehungssystem entsteht, welches die Zusammenarbeit der beteiligten Eltern erschweren könnte. Anhand der Ergebnisse wurde analysiert, ob und wie ein Mediationsverfahren wirksam eingesetzt werden kann, um Spannungen und Konflikte zwischen den beiden Elternparteien zu reduzieren und eine gelingende Kooperation zu erreichen.

Die Ergebnisse zeigten, dass durch die Pflegeverhältnisse neue komplexe Familienformen entstehen und diese sehr konfliktanfällig sind. Die Befragten stimmten mehrheitlich zu, dass Mediation als wirksames Verfahren zur Konfliktlösung im Bereich Pflegekinderdienst eingesetzt werden kann. Das erforderliche Zusammenwirken zwischen Pflege- und Herkunftseltern gemäß SGB VIII, beispielsweise bei der Regelung von Umgangs- und Besuchskontakten, könnte konfliktfreier gestaltet und begleitet werden, was dem Schutz und dem Wohl der betroffenen Kinder dient. Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass Mediation im Bereich Pflegekinderwesen neben Beratung, Einzelgesprächen oder durch Mitwirkung der Familiengerichte bisher erst vereinzelt angeboten wird.

Die vielen Teilnehmermeinungen aus der Onlinebefragung zeigen deutlich, dass ein großes Fachwissen in der Problematik von Konflikten zwischen beiden Familien vorliegt. Mit diesem Potential hat man die Basis und Voraussetzung, Konzepte für den Einsatz von Mediation im jeweiligen Jugendamt zu entwickeln und umzusetzen. Einige Jugendämter signalisierten, dass sie an einer gemeinsamen Konzeptentwicklung zur Integration von Mediation im Pflegekinderwesen interessiert sind und bei einem weiterführenden Forschungsprojekt mitarbeiten würden.

Publikation

Pflegekinderhilfe – Situation und Perspektiven (2019)

In diesem Untersuchungsbericht wird, anders als in den meisten anderen Veröffentlichungen zur Pflegekinderhilfe, neben einer differenzierten Betrachtung der Inanspruchnahme ein empirischer Blick auf die Pflegekinderhilfe als Institution gerichtet.

Ein Teil der fachlichen und öffentlichen Diskussionen beziehen sich auf die Rolle und die Aufgabenwahrnehmung der Dienste, die die öffentliche Verantwortung des Staates für Pflegeverhältnisse wahrnehmen. Diese agieren in einem hochkomplexen Feld, das durch sehr unterschiedliche Interessen und Erwartungen einer Vielzahl von Akteuren gekennzeichnet ist und in dem folgenreiche Entscheidungen für das Leben von Kindern und Jugendlichen getroffen werden.

Projektträger: Deutsches Jugendinstitut

Publikation

Care Leaver aus Pflegefamilien (2019)

Die Bewältigung des Übergangs aus der Vollzeitpflege in ein eigenverantwortliches Leben aus Sicht der jungen Menschen war Thema der Dissertaion von Carolin Ehlke an der Universität Hildesheim.

Wie Care Leaver den Übergang aus Pflegefamilien in ein eigenverantwortliches Leben erleben, wird bislang wenig in wissenschaftlichen Diskursen thematisiert. Die qualitative Studie gibt einen Einblick in das Bewältigungshandeln von Care Leavern aus Pflegefamilien und in die von ihnen erfahrene soziale Unterstützung während des Übergangs in ein eigenverantwortliches Leben.

Es wurden sieben junge Menschen interviewt, die retrospektiv auf ihren Leaving-Care-Prozess blicken und beschreiben, wie sie diesen bewältigt und welche soziale Unterstützung sie dabei erfahren haben. Insbesondere eine reziproke emotionale Zugehörigkeit zu verschiedenen Personen, wie z. B. Pflegeeltern und Vorgesetzten in Ausbildung und Arbeit, wird als unterstützend herausgestellt.

Publikation

Leben als Pflegekind – Die Perspektive jugendlicher Pflegekinder auf ihre Lebenssituation (2019)

Jugendliche geben in Interviews Einblick in ihr Leben als Pflegekind und in die Vielfalt von Anforderungen, die aus dieser besonderen Lebenssituation resultieren. Die Ergebnisse der qualitativen Studie zeigen, dass sich alle Pflegekinder zwei zentralen Herausforderungen gegenübersehen. Sie müssen der Pflegefamilie eine Bedeutung zuschreiben, um ihr einen subjektiven Sinn zu verleihen und sie gewinnbringend für die eigene Entwicklung nutzen zu können. Zudem stehen Pflegekinder vor der Aufgabe, den Kontakt zu den leiblichen Eltern im Spannungsfeld von eigenen Bedürfnissen und Erwartungen anderer zu gestalten. Auf der Basis dieser beiden Anforderungen werden verschiedene Typen von Arrangements doppelter Elternschaft vorgestellt.

Publikation

Selbst sicher sein – Eine Grounded-Theory-Studie zu Besuchskontakten in Pflegeverhältnissen basierend auf der Sichtweise von Kindern und ihren Familien (2019)

Besuchskontakte sind die gelebte Verbindung zwischen dem Kind und seiner Herkunftsfamilie. Sie stellen ein besonderes und wesentliches Element in Pflegeverhältnissen dar. Für die Kinder, Familien und Fachkräfte bedeuten diese Kontakte häufig die unmittelbare Berührung mit Unsicherheiten, Komplexität und Herausforderungen. Das Kreiselmodell wurde mittels einer multiperspektivischen, qualitativen Untersuchung nach dem Forschungsdesign der Grounded Theory entwickelt. Dieses gibt Anregungen für eine prozessorientierte Besuchsgestaltung und betont das subjektive Sicherheits-Unsicherheits-Gefüge aller Beteiligten als Basis für gelingende Kontakte.

Publikation

Der transnationale Markt der illegalen Adoption: Eine kriminologische Studie über das deutsche und niederländische System der Auslandsadoption (2019)

Die in Englisch publizierte Dissertation im Bereich Strafrecht trägt im Original den Titel „The Transnational Illegal Adoption Market: A Criminological Study of the German and Dutch Intercountry Adoption System„.

Elvira Loibls Forschungsinteressen liegen in den Bereichen transnationale organisierte Kriminalität, illegale Märkte und Verbrechen gegen Kinder. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Kinderhandel zu Adoptionszwecken, insbesondere auf der Frage, wie illegale Auslandsadoptionen organisiert und ermöglicht werden und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um den Opfern zu helfen. Sie betreibt rechtsvergleichende und interdisziplinäre Forschung und verbindet dabei normative Rechtsanalyse mit empirischer Rechtsforschung und Kulturwissenschaften.

Publikation

Unbegleitete minderjährige Geflüchtete in institutioneller
Betreuung (in der Schweiz) (2018-2023)

Das Schweizer Forschungsprojekt untersuchte die institutionelle Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter sowohl in Hinblick auf die gegenwärtige Praxis als auch in historischer Perspektive.

Im Rahmen des gegenwartsbezogenen Untersuchungsteils wurden Unterbringung und Betreuung ethnographisch, d.h. durch Beobachtungen und Interviews mit den Beteiligten (Fachkräfte, Pflegeeltern, junge Geflüchtete) untersucht, wobei verschiedene Betreuungsformen (MNA-Zentren, Erwachsenenunterkünfte, Pflegefamilien) berücksichtigt werden.

In historischer Perspektive wird sich das Projekt auf Dokumente zu ausgewählten Gruppen unbegleiteter Jugendlicher fokussieren, die zwischen 1947–1981 in die Schweiz geflohen sind.

Projektpartner: Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich

Projektträger: Schweizerischer Nationalfonds (SNF) im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms (NFP) 76

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Fachartikel von Rebecca Mörgen:
Perspektiventriangulation: „Kind-Sein“ aus Sicht von unbegleiteten Kindern mit Fluchterfahrung und ihren Pflegeeltern in der Schweiz

WIR MISCHEN MIT! (2018-2021)

Es wurden mit Pflegekindern und ihren Pflegeeltern in einem Praxisforschungsprojekt Partizipationsmethoden erprobt, stets mit dem Fokus, die Kinder in ihrem alltäglichen Lebensumfeld zu stärken, um auch in den Hilfeplangesprächen und später als Erwachsene gesellschaftliche Teilhabe kompetenter und selbständiger leben zu können.

Projektpartner: Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. | Familien für Kinder gGmbH Berlin | Pflegekinder in Bremen gGmbH

Projektträger: Aktion Mensch

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CareHoPe (2018-2021)

Das Projekt hat das Ziel, eine landesweit agierende Fachstelle und Online-Peerberatung für Care Leaver*innen an Hochschulen aufzubauen. Dadurch sollen Studierende mit stationärer Kinder- und Jugendhilfeerfahrung in ihrer Studiensituation unterstützt und die Bedingungen für diejenigen verbessert werden, die ein Studium aufnehmen möchten.

Diese Fachstelle soll landesweit und hochschulübergreifend agieren, da gegenwärtig nicht an jeder Hochschule eine entsprechende Beratungsstelle eingerichtet werden kann. Die Expertise, welche in der Fachstelle zur Verfügung gestellt wird, bietet Mitarbeiter*innen der Hochschulen (BAföG-Ämtern, Hochschullehrenden, Care Leaver*innen, diversen Beratungseinrichtungen etc.) die Möglichkeit der persönlichen, telefonischen oder Online-Beratung.

Des Weiteren sollen Fachtagungen und Informationsangebote über die Situation von Care Leaver*innen informieren und sensibilisieren. Es ist ebenso ein Ziel des Projektes konkrete Möglichkeiten der Infrastrukturveränderung (z.B. Wohnheimplätze für Care Leaver*innen o.ä.) aufzuzeigen, um strukturell auf die Belange von Care Leaver*innen reagieren zu können. Der Aufbau der Fachstelle wird durch eine wissenschaftliche Untersuchung begleitet.

Projektpartner: Universität Hildesheim | Careleaver e.V. | HAWK Hildesheim | HAWK Holzminden | Hochschule Emden Leer | Universität Vechta | Universität Oldenburg | TU Braunschweig | Hochschule Darmstadt

Projektträger: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

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FOSTERCare (2018-2020)

Das interdisziplinäre Verbundprojekt FOSTERCARE setzte sich für die Entwicklung von Schutzkonzepten für Pflegekinder ein. Es sammelte die Erfahrungen von jungen Menschen in Pflegefamilien, Care Leavern, Pflegeeltern und Fachkräften im Pflegekinderwesen und erarbeitete gemeinsam mit ihnen handlungsleitende Impulse für Schutzkonzepte. Gleichzeitig entwickelten die Forscher*innen Informations- und Fortbildungsmaterialien sowie Handlungsempfehlungen für die Fachpraxis.

Projektpartner: Universitätsklinikum Ulm | Hochschule Landshut | Stiftung Universität Hildesheim

Projektträger: Bundesministerium für Bidung und Forschung (BMBF)

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Weiterentwicklung der Verwandten- und Netzwerkpflege (2018-2020)

Das Praxismodellprojekt verfolgt das Ziel einer empirisch abgesicherten Weiterentwicklung von Qualitätskriterien für die Pflegekinderhilfe in den (detailliert auszudifferenzierenden) Bereichen der Verwandten- und Netzwerkpflege. Für die qualitative Ausgestaltung dieser besonderen Pflegeform, die sowohl dem Subsidiaritätsprinzip als auch der Handlungsmaxime der Sozialraumorientierung entspricht, ist die Entwicklung innovativer Konzepte und geeigneter methodischer Ansätze erforderlich, die den Fachkräften Orientierung und Sicherheit bei der Beratung, Begleitung und Unterstützung bieten.

Grundlage des Modellprojekts sind qualitative Erhebungen und hermeneutische Auswertungen der Erlebensperspektiven aller relevanten – an Verwandten- oder Netzwerkpflegeverhältnissen beteiligten – Akteur*innen. Neben den Adressat*innen werden auch die zuständigen Fachkräfte eingebunden, um so möglichst konkrete, praxisnahe und nützliche Empfehlungen für die Praxis ableiten zu können.

Projektpartner: Perspektive gGmbH | Modellstandorte: Düsseldorf (Jugendamt Düsseldorf, Diakonie Düsseldorf, SFKM Düsseldorf) | Jugendamt Köln | Städteregion Aachen

Projektträger: Landschaftsverband Rheinland (LVR)

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Vormundschaften im Wandel (2018–2020)

Die zentrale Forschungsfrage lautete: Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Mündel und Vormundin / Vormund und welche Möglichkeiten zur Gestaltung und Beteiligung im Rahmen der Vormundschaft ergeben sich für das Mündel – – und zwar sowohl aus der Perspektive des betroffenen Kindes und Jugendlichen selbst als auch aus der Perspektive ihrer Vormünder*innen und Hauptbezugspersonen?

Projektpartner: ISS e.V. Frankfurt | Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft | Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht ( DIJuF ) | Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) | Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V. (IGfH)

Projektträger: Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V.

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Verwandten- und Netzwerkpflege für unbegleitete minderjährige Jugendliche (2018–2019)

An drei Modellstandorten wurde der Frage nachgegangen, welche spezifischen Herausforderungen, Chancen und Risiken es zu berücksichtigen gilt, wenn junge Geflüchtete bei Verwandten oder innerhalb ihres Sozialen Netzwerks unterkommen und aufwachsen können.

Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe im Allgemeinen konnten zudem Anforderungen festgehalten werden, die es zukünftig zu bearbeiten gilt, um das Potenzial einer leistungsstarken und in der Gesellschaft verankerten Pflegekinderhilfe zu entfalten.

Projektpartner: Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. | Perspektive gGmbH | Modellstandorte: Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart

Projektträger: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

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Ambivalenzen in der Beratung von Pflegeeltern (2018)

Infolge des gesellschaftlichen Wandels haben sich die Aufgaben und auch ihre Prioritätensetzung in der Pflegekinderhilfe verändert. Bspw. stellen sich die Ansprüche an erzieherische Fähigkeiten über die Pflegepersonen verfügen sollen, umfangreicher dar als noch vor Jahrzehnten. Zudem war eine Zusammenarbeit mit den Geburtseltern bis weit in das 20. Jahrhundert nicht vorgesehen. Gleichzeitig sind die bestehenden Beschreibungen der Pflegefamilie bis heute unscharf und in ständiger Veränderung darüber, wie eine (Pflege-) Familie aussehen soll, was sie charakterisiert, welche Aufgaben, welche Rollen vergeben werden.

Die Forschung hat bisher zu wenig zur Weiterentwicklung beigetragen. Angesichts dessen bestehen Widersprüche für derartige Ausprägungen, wenn die sich wandelnden und als Norm festgelegten Lebensweisen nicht mit den sie umgebenden Umwelten harmonieren. Ihre Auswirkungen treten verstärkt auf der operativen Ebene hervor.

Das vorliegende Forschungsprojekt hat Erstgespräche zwischen Fachkräften für Pflegekinder und Bewerbenden um ein Pflegekind evaluiert. Die in der Untersuchung freigelegten Ambivalenzen zeigen auf, dass sich einerseits die Anforderungen an den Pflegeauftrag gewandelt haben und andererseits diese veränderten Ansprüche offenbar in der Praxis noch nicht zufriedenstellend gelöst wurden. Deren Auftreten hat aber Auswirkungen u.a. auf die Herstellung eines gemeinsamen Arbeitsbündnisses in einem ersten Gespräch zur Aufnahme eines Pflegekindes sowie anschließend auf das Alltagsgeschehen während eines Pflegearrangements. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts können als Grundlage dienen, ein transparentes und an den Bedarfen von Pflegefamilien orientiertes Vorgehen zu generieren.

Publikation

ADOPT-Studie (2017-2023)

ADOPT steht für Affektive Dysregulation – Optimierung von Prävention und Therapie. Das Ziel der ADOPT-Studie ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zur affektiven Dysregulation zu erlangen. Dabei soll erforscht werden, wie viele Kinder in Deutschland unter Schwierigkeiten wie z. B. anhaltender Reizbarkeit, häufigen und heftigen Wutausbrüchen oder starken Stimmungsschwankungen leiden. Außerdem wird untersucht, welche Faktoren die affektive Dysregulation beeinflussen und welche Behandlungsmethoden am besten helfen, um die Probleme zu verringern.

Projektpartner: Universitätsklinikum Dresden | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | Universitätsklinikum Köln | Universität Köln | Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim | Ruppiner Kliniken GmbH Neuruppin | Universitätsklinikum Ulm

Projektträger: Bundesministerium für Bidung und Forschung (BMBF)

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Förderung positiver Bindungsbeziehungen in Pflegefamilien (2017-2020)

Pflegekinder sind eine besonders vulnerable Gruppe von Kindern und Jugendlichen, da sie zum einen die Trennung von ihrer Herkunftsfamilie bewältigen müssen, zum anderen mehrheitlich durch Erfahrungen unzureichender Fürsorge (Misshandlung, Vernachlässigung) belastet sind. Pflegefamilien bieten den Kindern die Chance, neue positive Beziehungserfahrungen zu machen, ein Gefühl von emotionaler Sicherheit zu entwickeln und einen sicheren und zuverlässigen Lebensort zu erfahren. Die Herausforderungen, denen Pflegeeltern bei der Aufnahme eines Pflegekindes begegnen, sind jedoch vielfältig und komplex.

Die in Deutschland angewandten Konzepte zur Vorbereitung und anfänglichen Begleitung von Pflegeeltern wurden bislang hinsichtlich ihrer Wirkungen nicht wissenschaftlich evaluiert. Befunde aus dem angloamerikanischen Raum zeigen, dass insbesondere mit Hilfe von Beratungsansätzen, die auf den Aufbau einer sicheren Bindungsbeziehung zu den Pflegeeltern abzielen, die Integration der Kinder in die Pflegefamilie gefördert und langfristig die Entwicklungsperspektiven der Kinder verbessert werden können (Dozier u.a. 2016).

Das Beratungskonzept „Attachment and Biobehavioral Catch-up“ (ABC) wurde von Bindungsforscherin Mary Dozier an der University of Delaware entwickelt und gilt in den USA als der am besten erprobte bindungsbasierte Ansatz für Pflegefamilien. In Studien zeigte sich ein positiver Effekt der Beratung auf die elterliche Feinfühligkeit im Umgang mit dem Pflegekind sowie auf die kindlichen Fähigkeiten zum Aufbau positiver Bindungsbeziehungen und die selbstregulativen Kompetenzen der Kinder (Bernard u.a. 2015, 2012; Bick/Dozier 2013; Dozier u.a. 2009).

Ziel der Studie ist es, das ABC-Programm in Form eines Modellprojekts an drei Standorten in Deutschland zu implementieren und den Implementierungsprozess wissenschaftlich zu begleiten, um die Wirksamkeit des Trainings empirisch zu überprüfen.

Projektträger: Deutsches Jugendinstitut

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Leistungsbegründende Einschätzung drohender Teilhabebeeinträchtigungen (2017-2019)

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines bedarfsorientierten, aussagekräftigen und praxistauglichen Instruments zur Beurteilung und Dokumentation von (drohenden) Teilhabebeeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen.

In enger Kooperation mit sechs Jugendämtern wird ein onlinebasiertes Einschätzungsinstrument entwickelt und im Regelbetrieb dieser Jugendämter im Bereich der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche, die von seelischen Behinderungen bedroht oder betroffen sind (§35a SGB VIII), erprobt und evaluiert. Das Instrument soll für den sozialpädagogischen Kontext eine Möglichkeit bieten, die Vielfalt relevanter Teilhabedimensionen abzubilden und Ressourcen sowie Barrieren im Lebensumfeld der Kinder/Jugendlichen zu erfassen. Eine systematische und partizipative Einschätzung soll einen Beitrag zur Qualitätssicherung leisten, Transparenz und Nachvollziehbarkeit für alle Beteiligten fördern und eine Individualisierung der Hilfeplanung unterstützen.

Projektpartner: Universitätsklinikum Ulm | DJI München | Deutsches Jugendinstitut e.V.

Projektträger: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

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Trans-Fair (2017-2019)

Jungen Menschen, die in Heimen oder Pflegefamilien aufgewachsen sind und sich im Übergang in ein eigenverantwortliches Leben befinden (sog. Care Leaver:innen), sind in ihrer sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe signifikant benachteiligt. Sie sind häufig auf sich allein gestellt, obwohl Schul-/Ausbildungsabschlüsse noch nicht erreicht sind. Weiterhin sind Care Leaver:innen i.d.R. auf Sozialleistungen angewiesen und oft von psychosozialen Krisen und Armut bedroht.

Besonders in ländlichen Regionen finden sie nach der Erziehungshilfe kaum Infrastrukturen für weitere Begleitung und Zugänge zur Arbeitswelt. Erstmals in Deutschland sollte ein Modell aus einem verlässlichen professionellen Kompetenz-Netzwerk, Online-Beratung und der Etablierung ehrenamtlicher Pat*innen für Care Leaver*innen entwickelt werden. In die Entwicklung der Beratungs- und Betreuungsangebote werden die jungen Erwachsenen dabei partizipativ eingebunden.

Es gibt nach dem Übergang aus der stationären Erziehungshilfe verschiedene Zuständigkeiten unterschiedlicher Rechtskreise mit eigenen Finanzierungslogiken sowie Fördermaßnahmen. Diese Rechtskreise sind allerdings im Interesse dieser jungen Erwachsenen oft nicht gut vernetzt. Hier gilt es das Matching zwischen vorhandenen Beratungs- und Förderangeboten durch eine gute Koordination unterschiedlicher Akteur*innen im Übergangssystem zu verbessern.

Projektpartner: Universität Hildesheim | Soziale Dienste der Region Hildesheim

Projektträger: N-Bank Niedersachsen aus Mitteln der EU im Förderprogramm: Soziale Innovation (Projekte zur Daseinsvorsorge)

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Dimension und wissenschaftliche Nachprüfbarkeit politischer Motivation in DDR-Adoptionsverfahren 1966‒1990 (2017-2018)

Im Sinne einer Machbarkeitsstudie ist das Ziel dieser Vorstudie, die erforderlichen historischen und forschungsorganisatorischen Vorkenntnisse für die Planung und Förderung einer umfangreicheren Hauptstudie durch den Auftraggeber zur Verfügung stellen.

Sie soll eine Antwort auf die Frage liefern, ob die Erforschung von politisch motivierten Adoptionen in der DDR zufriedenstellend realisierbar ist und insbesondere, was zu tun ist, um den für eine wissenschaftliche Analyse und Bewertung unerlässlichen Zugang zu den Akten der Jugendhilfe und der Adoptionsvermittlungsstellen der DDR im nötigen Umfang und in der nötigen Qualität zu ermöglichen. Dabei spielen Probleme des Datenschutzes und der Wahrung der Persönlichkeitsrechte gemäß den Spezialregelungen des Adoptionsrechts eine zentrale Rolle.

Ferner sollen erste wissenschaftlich fundierte Aussagen darüber getroffen werden, ob es über bereits erforschte und durch Publikationen bekannte Fälle hinaus in der DDR zwischen 1966 und 1990 zu politisch motivierten Adoptionsverfahren gekommen ist.

siehe auch weiter oben:
Hauptstudie: Zwangsadoptionen in der DDR/SBZ in der Zeit von 1945 bis 1989 (2022-2025)

Projektpartner: Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam

Projektträger: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Gastfamilien (2017)

Der Schwerpunkt des Projekts der Forschungsgruppe Pflegekinder lag auf der Analyse der Ressourcen und Belastungen von Gastfamilien, die ein Flüchtlingskind oder einen Flüchtlingsjugendlichen aufgenommen haben.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen

Projektträger: Diakonie Deutschland

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Normalitätskonstruktionen in Biografien ehemaliger Pflegekinder (2017)

Aus den Erfahrungen ehemaliger Pflegekinder werden deren Konstruktionen von Normalität und ihre Strategien, Normalität auszubalancieren vor dem Hintergrund ihrer Biografie rekonstruiert und analysiert.

In Biografien ehemaliger Pflegekinder gibt es Erfahrungen, die sie von Menschen, die keine Pflegekinder sind oder waren, unterscheiden und die sie in ihren eigenen Augen und denen anderer als unnormal erscheinen lassen.

Mit biografischen Interviews wurde untersucht, welche konkreten Erfahrungen und Erlebnisse es sind, die Pflegekinder mit mangelnder oder fragiler Normalität machen. Aus den Erfahrungen werden Konstruktionen von Normalität, die die jeweiligen Biografieträger vornehmen, rekonstruiert; biografische Hintergründe sowie Strategien der Normalitätsbalance werden analysiert.

Publikation

Pflegekinderhilfe und Migration (2016-2018)

Explorativ wurde in diesem Projekt erarbeitet, was die Einwanderung für die Pflegekinderhilfe bedeutet, sowohl für die Praxis als auch für Forschung und Theorie. Gleichzeitig wurden Fragen von Migration, Rassismus, Differenz und Othering untersucht, die sich am Beispiel der Pflegekinderhilfe in besonderer Weise zeigen.

Projektträger: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen

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Kinderschutz in der Pflegekinderhilfe (2016)

Im Rahmen dieses Praxisforschungsprojektes von Monika Althoff und Maren Hilke – insbesondere auch vor dem Hintergrund der rudimentären Forschungslage – wurden verschiedene methodische Herangehensweisen gewählt. Neben qualitativen Interviews mit Pflegeeltern zu Herausforderungen und Unterstützungsbedarfen wurde ein Expertenworkshop mit Fachleuten aus den Bereichen Kinderschutz und Pflegekinderhilfe veranstaltet und erste Rahmenbedingungen zur Unterstützung des Kinderschutzes in Pflegefamilien erarbeitet.

Es wurden drei zentrale Säulen herausgearbeitet, die wesentlich zu einem Gelingen der Pflegeverhältnisse beitragen und den Kinderschutz in Pflegefamilien unterstützen: die Auswahl und Vorbereitung der Pflegeeltern, die Begleitung und Beratung der Pflegeeltern und die Begleitung der Pflegekinder.

Im Anschluss daran wurden leitfadengestützte Interviews mit Fachkräften der Pflegekinderdienste geführt. Durch die Auswertung der Interviews konnten diese drei Säulen in deren professionellen Handeln konkretisiert werden. Darüber hinaus konnten weitere Aspekte wie die Einbindung der Herkunftsfamilie und die des Vormundes sowie die Kooperation aller Beteiligten als bedeutsame Säulen für den Kinderschutz festgehalten werden.

Projektträger: Kompetenzzentrum Kinderschutz NRW

Publikation

Expertise- und Forschungszentrum Adoption – EFZA (2015-2019)

Mit der Einrichtung des Expertise- und Forschungszentrums Adoption (EFZA) wurde erstmalig eine bundesweite Initiative geschaffen, in deren Rahmen Akteure im Feld der Adoptionsvermittlung gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen Erkenntnisse zu den gesetzlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit Adoptionen, zu den Strukturen der Adoptionsvermittlung und zum Adoptionsverfahren in Deutschland bilanzieren und diskutieren konnten.

Projektpartner: Deutsches Jugendinstitut e.V.

Projektträger: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

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Gastfamilien, Vormundschaften und Patenschaften für junge Geflüchtete (2015-2018)

Ziel des Projektes war zunächst, sich einen Überblick über bundesweite Trends und Entwicklungen zu verschaffen und daran mitzuwirken, die Arbeit mit Gastfamilien für jugendliche Flüchtlinge in den Pflegekinderdiensten zu verankern und zu qualifizieren.

Das Zusammentragen dieser Daten und der Blick auf gelingende Praxisverläufe diente als Grundlage für die Formulierung von ersten Orientierungslinien für die Praxis sowie von ersten Eckpunkten für Standards und Curricula für die Qualifizierung von Gastfamilien und Fachkräften. Weiterführende Erhebungen wurden durchgeführt, um ein umfassendes Bild über vorhandene Qualifizierungs-, Schulungs- und Begleitungsbedarfe zu erhalten.

Projektpartner: Kompetenzzentrum Pflegekinder e. V. | Diakonie Deutschland

Projektträger: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

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Vermeidung von Exklusionsprozessen in der Pflegekinderhilfe (2015-2017)

In Bezug auf Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen und/oder seelischen Behinderungen besteht weiterhin ein hoher Innovations- und Entwicklungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der systematischen Professionalisierung der zuständigen öffentlichen und freien Träger. Im Spannungsfeld zwischen Behindertenhilfe und Kinder- und Jugendhilfe stellt sich die fachliche und fachpolitische Frage, ob Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung ebenfalls in erster Linie als Kinder und Jugendliche wahrgenommen werden und ob sie und ihre Eltern entsprechend ihrer Bedürfnisse und Entwicklungsanforderungen unterstützt werden.

Im Rahmen des Modellprojekts konnten neue Erkenntnisse zur Beratung, Begleitung und Unterstützung von Pflegeverhältnissen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung gewonnen werden. Die Ergebnisse sollen in der Praxis genutzt werden können, um eine Ausgrenzung ganzer Gruppen von Kindern und Jugendlichen zu verhindern, unnötige Abbrüche von Pflegeverhältnissen zu vermeiden und geeignete Pflegefamilien und Pflegepersonen zu finden.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen | Erziehungsbüro Rheinland

Projektträger: Aktion Mensch

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Unerwartete Abbrüche von Pflegeverhältnissen im Kinder- und Jugendalter (2015-2016)

Internationale Studien deuten darauf hin, dass die Pflegeverhältnisse nicht immer stabil sind und es zu Abbrüchen kommt. Die Studie untersuchte in drei europäischen Ländern (Schweiz, Deutschland, UK) Faktoren und Ursachen für Prozesse der Destabilisierung und von Abbrüchen. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Stabilität von Pflegeverhältnissen zu unterstützen.

Projektpartner: Universität Siegen | UCL Institute of Education | Pflege- und Adoptivkinder Schweiz PACH | INTEGRAS Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik

Projektträger: Jacobs Foundation

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Gibt es eine familiale Heimat für Adoptierte? – Verortungsprozesse erwachsener Adoptierter (2015)

Adoptierte befinden sich zwischen zwei Familien, ihrem Herkunftssystem und ihrem Adoptivsystem. Sie streben nach Verbundenheit, einer familialen Heimat. Wie meistern sie diese Situation? Wie gestalten sie ihre Bewältigungsprozesse? Gibt es Bedingungen, wie Adoptierte eine überdauernde familiale Heimat und Verbundenheit für sich erwirken können? Auf der Grundlage qualitativer psychologisch-sozialwissenschaftlicher Forschung werden mit der Grounded-Theory-Methodologie narrative Interviews erwachsener Adoptierter analysiert.

Bewältigungsprozesse für Verbundenheit sind Verortungsprozesse, diese erarbeiten und realisieren die Adoptierten in 3 Phasen. Das Kernstück der Prozesse ist die Verortungsarbeit, an deren Ende die Adoptierten ihre Ergebnisse verinnerlichen. So erreichen sie als Resultat des Verortungsprozesses eine stimmige Verortung. Diese wandelt sich durch innere oder äußere Impulse, Adoptierte nehmen die Verortungsarbeit erneut auf. Es gibt keinen finalen Endpunkt der Verortungsarbeit, sie vollzieht sich als Bewältigungsprozess über die Lebensspanne.

Publikation

PRÄVIK (2014-2016)

Mädchen und weibliche Jugendliche, die sexuellen Missbrauch erleben mussten, weisen im weiteren Lebensverlauf eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit auf, erneut sexuelle Übergriffe zu erfahren. Dies gilt auch dann, wenn es zu einem von außen herbeigeführten Milieuwechsel, beispielsweise einer stationären Unterbringung in einer Einrichtung der Jugendhilfe, kommt. Hieraus ergibt sich die Frage, welche Mechanismen diesem Phänomen zugrunde liegen, wie veränderbar diese Risikomechanismen sind bzw. welche Faktoren und Angebote schützend wirken können.

Das Forschungsvorhaben verfolgt zwei Hauptziele:

  • In Gruppen stationär untergebrachter weiblicher Jugendlicher mit Erfahrungen sexuellen Missbrauchs und ihren Bezugspersonen sollen innerpsychische Prozesse untersucht werden, die eine spätere erneute Viktimisierung begünstigen bzw. diese unwahrscheinlicher machen. Durch die Befragung von Jugendlichen und ihren Bezugspersonen soll ein besseres Verständnis relevanter Schutz- und Risikoprozesse erreicht werden.
  • Es soll ein Konzept für Workshops zur Prävention von Reviktimisierungen entwickelt, mit interessierten Jugendlichen und Betreuungspersonen erprobt und evaluiert werden.

Die Untersuchung ist als Kurzzeitlängsschnittstudie im Mixed-Methods-Design angelegt. Im Rahmen des Projekts werden Daten zu Gefährdungs- und Missbrauchserfahrungen sowie relevanten Risiko- und Schutzprozessen im Hinblick auf Reviktimisierung erhoben. Zudem wird ein Konzept für Präventionsworkshops, das die Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten im Hinblick auf Sexualität und positive Beziehungen sowie einen angemessenen Selbstschutz beinhaltet, entwickelt und mit interessierten Jugendlichen aus der Stichprobe durchgeführt.

Projektpartner: Deutsches Jugendinstitut | Sozialwissenschaftliches FrauenForschungsInstitut im Forschungs- und Innovationsverbund der Evangelischen Hochschule Freiburg e.V.

Projektträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

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Eine gute Entwicklung von Pflegekindern im Erwachsenenalter (2014-2016)

In dem qualitativen Forschungsprojekt wurde die Nachhaltigkeit einer guten Entwicklung von Pflegekindern im Erwachsenenalter untersucht werden. Die Untersuchungsgrundlage bildeten kontrastiv ausgewählte Biografien von (ehemaligen) Pflegekindern mit denen im Rahmen von zurückliegenden Projekten (z.T. vor ca. 6 Jahren) bereits biografisch-narrative Interviews geführt wurden und die in diesem Projekt erneut interviewt wurden. Entwicklungslinien von Pflegekindern konnten so über einen längeren Zeitraum nachvollzogen und differenziert analysiert werden.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen

Projektträger: EmMi Luebeskind Stiftung

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Modellprojekt Bereitschaftspflege (2014-2016)

In diesem Projekt wurden an drei Modellstandorten die Problemlagen der Bereitschaftspflege genauer eruiert und Strategien für eine optimierte Praxis entwickelt und erprobt. Das Hauptanliegen bestand darin, die Entwicklungschancen insbesondere junger Kinder dadurch zu verbessern, dass eine schnelle und qualifizierte Klärung der weiteren Perspektive erfolgt und so die Aufenthaltsdauern deutlich gekürzt werden. Im Ergebnis wurden an den Modellstandorten für alle Fachkräfte des Jugendamtes Verfahren etabliert, die für die Herkunfts- und Bereitschaftspflegefamilien transparent und nachvollziehbar sind.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen | Institut für Vollzeitpflege und Adoption e.V.

Projektträger: Aktion Mensch

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CareHo (2014-2016)

Das Projekt hat das Ziel, Care Leaver*innen an den Hochschulen in Niedersachsen miteinander zu vernetzen und die Zugangsschwellen an Hochschulen abzubauen. Es ist zudem das Anliegen des Projekts, mehr junge Menschen in stationären Hilfen möglichst frühzeitig für ein Studium zu motivieren.

Hierzu sollen insbesondere Care Leaver*innen, die bereits an der Hochschule studieren, als „Rollenvorbilder“ agieren. Aber auch Einrichtungen und Mitarbeiter*innen der Jugendhilfe sollen von dem Projekt erreicht werden, um den Übergang junger Menschen an die Hochschule auch auf dieser Ebene zu unterstützen.

Im Übergang müssen Passungsverhältnisse hergestellt werden, in welchen die Bedürfnisse und Ressourcen der Care Leaver*innen mit denen der Hochschule zusammengebracht werden müssen. Hier ist es insbesondere wichtig, die bereits existierenden Angebote für Care Leaver*innen zugänglich zu machen, aber auch auf die spezifische Lebenssituation von Care Leaver*innen an Hochschulen aufmerksam zu machen.

Projektpartner: Universität Hildesheim

Projektträger: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

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Bindungsrepräsentationen und deren Auswirkungen im System Pflegefamilie (2014)

In Deutschland steigt die Zahl an Kindern in Langzeitpflege aufgrund von Kindeswohlgefährdung kontinuierlich an. Im Lauf der Jahre der Pflegschaft entstehen zwischen den Pflegekindern und ihren „neuen“ Familienmitgliedern Bindungsbeziehungen. Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung war es, erstmals im deutschsprachigen Raum die Bindungsrepräsentationen aller einzelnen Pflegefamilienmitglieder zu identifizieren sowie Auswirkungen auf das System Pflegefamilie zu untersuchen.

Hierfür nahmen 15 Pflegefamilien mit mindestens einem leiblichen Kind im Jugendalter und einem jugendlichen Pflegekind an der Studie teil. Um die Bindungsrepräsentationen und familiäre Strukturen zu untersuchen, kamen Methoden der Bindungs- (AAP) und Familienforschung (Familienbögen) zum Einsatz. Zudem wurde ein Kurzinterview mit allen Teilnehmern geführt.

Es konnte gezeigt werden, dass die Bindungsrepräsentationen von Pflegemüttern, Pflegevätern und ihren leiblichen Kinder nahezu wie in der Normalbevölkerung verteilt sind, mit Ausnahme der unsicher-präokkupierten Bindungsklassifikationen. Diese waren signifikant erhöht. Insgesamt überwogen jedoch organisierte Bindungsstrategien in der Gruppe der Pflegeeltern und der leiblichen Kinder deutlich, während in der Gruppe der Pflegekinder desorganisierte, d.h. pathologische Bindungsrepräsentationen dominierten. Eine geringe Anzahl an Pflegestellenwechsel konnte mit einer organisierten Bindung in Verbindung gebracht werden. Eine angemessene Familienfunktionalität bei gleichzeitig guten Geschwisterbeziehungen konnten als Kennzeichen einer gelingenden Pflegschaft identifiziert werden. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung von Stabilität in Pflegefamilien. Bindungsorientierte Interventionen sollten präventiv eingesetzt, Vätern und leiblichen Kindern sollte mehr Beachtung geschenkt werden.

Publikation

Durch Höhen und Tiefen (2014)

Die Einzelfallstudie von Corinna Petri im Rahmen des Forschungsprojekts „Ressourcen, Belastungen und pädagogisches Handeln in der stationären Betreuung von Geschwisterkindern“ (2012) behandelt die Frage nach der getrennten oder gemeinsamen Unterbringung von Geschwisterkindern in Einrichtungen oder Pflegefamilien.

Herausgeber: Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste / ZPE

Publikation

GROW&TREAT (2013-2017)

Im Forschungsprojekt GROW&TREAT wurden 94 Pflegekinder hinsichtlich der Auswirkungen unterschiedlicher Misshandlungsformen auf ihre Entwicklung untersucht. Als Vergleichsstichprobe dienten 157 in der Herkunftsfamilie lebende Kinder ohne bekannte Misshandlungserfahrung. Mithilfe standardisierter Verfahren wurden emotionale und Verhaltensprobleme, die Beziehungsgestaltung zwischen den Kindern und ihren (Pflege–) Eltern, sowie die kognitive Entwicklung der Kinder erfasst.

Pflegekinder erleben signifikant mehr Misshandlung und Vernachlässigung als andere Kinder und leiden häufiger unter deren langfristigen Auswirkungen. Die Ergebnisse zeigen wie erwartet, dass Pflegekinder eine ungünstigere Entwicklung aufweisen und dass unterschiedliche Misshandlungsformen spezifische Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung der Kinder haben.

Projektpartner: TU Braunschweig | Universität Bielefeld

Projektträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

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Verletzbarkeit durch Pflegeelternschaft (2013-2016)

Anhand diverser Berichte von Pflegeeltern, Adoptiveltern und anderen Eltern zum Thema »Verletzbar durch Elternschaft« baut Dr. Yvonne Gassmann eine Entwicklungstheorie zu ihrem Elternselbst und Leitbild auf. Die qualitativ-rekonstruktive Forschungsarbeit, orientiert an der Grounded Theory und aus der Perspektive einer sozialpädagogischen Familienforschung, zeigt: Eltern befinden sich in mehrdimensionalen Spannungsverhältnissen.

Reale Anforderungen und Bedingungen einerseits sowie Selbst- und Leitbilder gelingenden familialen Alltags und Lebens andererseits machen sie verletzbar. Potenziellen Verletzungen und gegenwärtigen Konflikten, die von Unsicherheit bis zum Gefühl versagt zu haben reichen, begegnen Eltern in Balanceleistungsprozessen. Indem sie Verletzbarkeiten in zeitlichen Dimensionen verorten und eine visionäre Zukunft mit einem tragenden Elternselbst-Leitbild antizipieren, verändert sich auch das gegenwärtige Elternselbst und Elternsein.

Publikation

FALEFOS (2013-2015)

Ziel des Projektes war es, Möglichkeiten zur Förderung des Verständnisses und der Kooperationsbereitschaft zwischen Pflegeeltern, biologischen Eltern und Fachkräften herauszuarbeiten, zu verstärken und zu verbessern. Hierzu wurden am Ende lebenspraktische, zielgruppenspezifische Handbücher erstellt, die die Ergebnisse dokumentieren.
Im Rahmen des Projektes hatten Pflegeeltern, biologische Eltern und Fachkräfte die Möglichkeit, sich im Rahmen von Interviews, Gruppendiskussionen oder Workshops einzubringen und auf diese Weise den Prozess aktiv mitzugestalten. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurden Sicht- und Handlungsweisen unterschiedlicher Länder eingebracht, die einen erweiterten Blick ermöglichen.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen | weitere Partner aus Österreich, Schweiz, Kroatien, Italien, Polen und Rumänien

Projektträger: GRUNDTVIG (EU-Programm)

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„Ich habe noch eine andere Mama!“ (2013-2015)

Das Forschungsprojekt untersuchte das Zugehörigkeitserleben von Pflegekindern im Kleinkind- und Vorschulalter: Wie nehmen die Kinder sich selbst und ihre Beziehungswelt wahr? Wie gelingt es ihnen, in komplexen Beziehungswelten eine kohärente Identität zu etablieren? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Kohärenz im Selbst- und Fremderleben der Kinder und dem Ausmass an Kontinuität, das sie in ihrer Biographie und Lebensumwelt erfahren haben?

Zur Beantwortung dieser Fragen wurden Pflege- und Heimkinder mit einem Geschichtenergänzungsverfahren (MSSB) untersucht. Ihre aktuellen Bezugspersonen und die verantwortlichen Fachleute wurden mit Fragebögen und in einem semi-strukturierten Interview zur psychischen und sozialen Befindlichkeit der Kinder und deren biographischer Belastung befragt.

Die Studie war in das Forschungsprojekt „Leben mit Brüchen und Verlusten in der frühen Beziehungsumwelt“ des Marie Meierhofer Institut für das Kind (Zürich) eingebettet.

Projektpartner: Marie Meierhofer-Institut für das Kind

Projektträger: Schweizerischer Nationalfonds

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Pflegekinder und Pflegefamilien mit Migrationshintergrund (2013-2015)

Über die Unterbringung von Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen mit Migrationsgeschichte war zum Zeitpunkt der Untersuchung wenig belastbares Wissen vorhanden. Die statistischen Daten erfassen nach wie vor organisatorische und strukturelle Daten und geben eher Auskunft über Häufigkeiten. So z.B. die Anzahl von Pflegekindern mit interkultureller Geschichte, deren Aufenthaltsdauer in einer Maßnahme nach § 33 SGB VIII oder auch Eckdaten zur häuslichen Situation vor oder nach der Inpflegenahme.

Es ist (noch) wenig bekannt über Bedürfnisse der Adressat*innen, über Erfordernisse in der Organisation oder Handlungsstrategien in den Pflegekinderdiensten oder pädagogische Abläufe. Für das Verfahren einer Pflegestellenunterbringung wäre es von Vorteil derartige Merkmale näher zu identifizieren und eine Einordnung für deren Gewichtung im Unterbringungsverfahren zu erhalten.

So sollte das Projekt 1. Basisdaten generieren, die Hinweise für zukunftsorientiertes Handeln geben können und 2. Empfehlungen für Handlungsstrategien erarbeiten, die insbesondere die beteiligten Fachkräfte in ihrer Arbeit unterstützen können

Projektpartner: Universität Hildesheim

Projektträger: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung | Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

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AMIS I (2012-2017)

Das Projekt untersuchte die seelische Entwicklung von Kindern nach stressvollen Lebenserfahrungen. Die Forschungen wurden ab 2019 in einer zweiten Projektphase weitergeführt (siehe AMIS II).

Projektpartner: Universität Leipzig | Technische Universität Dresden | Max-Planck-Institut für Psychiatrie München | Jugendämter der Städte Leipzig und München

Projektträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

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Rückkehrprozesse von Pflegekindern in ihre Herkunftsfamilie (2012-2014)

Der Rückkehrprozess beschreibt einen besonders komplexen Vorgang, der auch die Zeit vor und nach der Rückkehr umfasst. Die Untersuchung liefert Antworten darauf, wie die Prozesse so gestaltet werden können, dass für das Kind neue Entwicklungsmöglichkeiten entstehen, vermeidbare Belastungen, Kränkungen und negative Folgen bei allen Beteiligten verhindert und eine stabile Reintegration in die Herkunftsfamilie gelingen kann. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven werden Konsequenzen und Empfehlungen in Bezug auf Haltungen und professionelles Handeln der Fachkräfte formuliert.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen | Institut für Vollzeitpflege und Adoption e.V.

Projektträger: Stiftung Deutsche Jugendmarke | Sozialministerium Hessen | Spenden

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Zukunft wächst aus Herkunft – Adoptierte auf der Suche nach ihrer genealogischen Verwurzelung (2012)

Häufig suchen Adoptierte die Begegnung mit ihrer leiblichen Familie und forschen nach ihrer genealogischen Abstammung. Was genau motiviert sie dazu, ihre Herkunftsfamilie zu ermitteln? Aus welchen lebensgeschichtlichen Zusammenhängen heraus beginnen sie mit dieser Suche? Wie verarbeiten und bewerten sie die sich daraus ergebenden Prozesse bezüglich ihrer Identitätskonstruktion und ihres familiären Zugehörigkeitsgefühls?

Peter Kühn geht diesen Fragen mit einem qualitativ-empirischen Ansatz nach und präsentiert in seinem vorliegenden Band die seit langen Jahren erste detaillierte wissenschaftliche Bearbeitung dieses spannenden Themenkomplexes. Narrativ-biografische Interviews mit Adoptierten bilden die empirische Grundlage. Als theoretischer Erkenntnisrahmen dienen die Bindungstheorie und der symbolische Interaktionismus, aber auch Rational-Choice-Ansätze, Identitätstheorien und die Feldtheorie Kurt Lewins fließen mit ein.

Daneben werden umfangreiche statistische Daten zur Suche Adoptierter nach ihrer genealogischen Verwurzelung und zu Adoptionen in Deutschland vorgestellt. Im Ergebnis finden sich zahlreiche neue Erkenntnisse zu diesem sensiblen Thema, darunter ein feldtheoretisches Modell zur Erklärung der biografischen Aneignung der individuellen Adoptionsgeschichte durch die Betroffenen sowie Impulse zur wissenschaftlichen, rechtspolitischen und fachlichen Weiterarbeit.

Publikation

Bindungsentwicklung von Pflegekindern (2010-2013)

Die Bindungsentwicklung von Pflegekindern in ihre Pflegefamilien wurde über einen Zeitraum von insgesamt einem Jahr erforscht. Erkenntnisse über die Eingliederung des Kindes in die Pflegefamilie sowie in das psychosoziale Umfeld dieser standen dabei besonders im Vordergrund der Forschung. Ferner untersuchte die Studie, ob sich durch eine positive Beziehung des Pflegekindes zu den Pflegeeltern eventuell vorhandene psychische Probleme des Kindes oder dessen Stressniveau veränderten.

Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Faktoren für eine positive Entwicklung der Pflegekinder hilfreich sind, um daraus längerfristig Beratungsangebote für Pflegefamilien zu entwickeln.

Die vorangehende Pilotstudie finden Sie unter dem Titel „Bindung und psychosoziale Anpassung bei Pflegekindern (2008-2009)“

Projektpartner: Fachhochschule Dortmund | Universität Erlangen-Nürnberg | Ruhr-Universität Bochum | Jugendämter der Region Ruhrgebiet.

Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

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Präsentation über die zentralen Befunde der Studie

Die psychische Belastung bei Pflegekindern: Vorhersage ihrer posttraumatischen Symptomatik und Adaption eines neuen Instruments zur Erfassung ihrer allgemeinen psychischen Belastung (2010)

Es wurden 74 fremduntergebrachte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren sowie deren Pflegeeltern befragt. Es wurden unter anderem Informationen zu folgenden Punkten gesammelt: Grund der Fremdunterbringung, traumatische Vorkommnisse in der Herkunftsfamilie, vergangene und aktuelle Befindlichkeit und Belastung des Pflegekindes, grundsätzliches Vorkommen und Ausmaß der Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Dabei wurden eine Reihe von Instrumenten eingesetzt: Die Child Behavior Checklist (CBCL), Child Dissociative Checklist (CDC), Assessment Checklist for Children (ACC), die Familienklimaskalen (FKS), ressourcenorientierte Anfangsfragen für das Pflegekind, das Interview zu Belastungsstörungen für Kinder und Jugendliche (IBS-KJ), der Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) und ein halbstandardisiertes exploratives Interview für Pflegeeltern (H-EIP).

Es zeigte sich bezogen auf Forschungsaspekt 1 (Vorhersage der kindlichen PTBS-Belastung), dass die akutelle (internalisierende, externalisierende und dissoziative) Symptomatik sowie das Geschlecht einerseits und das Ausmaß kindlicher Traumatisierung in der Herkunftsfamilie sowie die Anzahl an Gründen für die Herausnahme andererseits als Prädiktoren zur Vorhersage der aktuellen PTBS bei Pflegekindern geeignet scheinen. Bezogen auf Forschungsaspekt 2 (Adaption der ACC für den deutschsprachigen Bereich) ergab sich, dass die Inhaltsvalidität der deutschen ACC gegeben sein dürfte.

Die testtheoretischen Analysen sind für Skalen 2 bis 5 sowie Skalen 8 und 9a bzw. 9 und die Skalen NZ und SW als akzeptabel zu bezeichnen, so dass für diese Skalen eine vorläufig abschließende positive Beurteilung auf Basis der hier vorliegenden Daten erteilt werden konnte, die restlichen Skalen bedürfen erneuter Überprüfung an einer größeren Stichprobe. Die ersten Ergebnisse sprechen jedoch für eine klinische Nützlichkeit der ACC, Ökonomie und sonstige testtheoretische Kriterien (wie Reliabilität und Validität) konnten als zufriedenstellend beurteilt werden.

Publikation

Prävalenz der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Pflegekindern: Psychische Belastung, posttraumatische Symptomatik und kindliche Verhaltensauffälligkeiten (2010)

Die in der vorliegenden Arbeit untersuchten Pflegekinder haben in ihrer Vorgeschichte eine Vielzahl von traumatischen Ereignissen erlebt, die eine Fremdplatzierung notwendig machten. Die Traumaexposition von über 90% macht deutlich, dass fast jedes Pflegekind bereits mindestens ein traumatisches Ereignis erlebt hat. Das Risiko einer Traumatisierung liegt damit ungleich höher als in der Normalbevölkerung. Daher gehören Pflegekinder zu einer Hochrisikogruppe.

Aufgrund des hohen Risikos, eine traumatische Situation zu erleben, erstaunt es, dass nur 5.4% nach den klassischen DSM-IV Kriterien und nur 13.5% nach den kinderspezifischen Kriterien von Scheeringa eine PTBS-Diagnose erhielten. Aufgrund methodischer Einschränkungen ist davon auszugehen, dass die PTBS-Belastung in der vorliegenden Stichprobe eher unterschätzt wird. Eine standardisierte Eingangsdiagnostik zu Beginn des Pflegeverhältnisses könnte hier Abhilfe schaffen. Zudem darf nicht übersehen werden, dass auch eine subklinische PTBS zu funktionalen Beeinträchtigungen führen kann.

Publikation

Pflegeeltern und ihre Pflegekinder. Empirische Analysen von Entwicklungsverläufen und Ressourcen im Beziehungsgeflecht (2010)

Das Aufwachsen in einer Pflegefamilie kann mit Risiken im Jugend- und jungen Erwachsenenalter einhergehen und stellt zugleich vor allem Pflegefamilien, aber auch begleitende Fachpersonen vor große Herausforderungen. Diese als Follow-up-Studie angelegte Untersuchung von 101 Pflegekindern und Pflegefamilien im Kanton Zürich (Schweiz) zeichnet eine lange Entwicklungslinie nach.

Mittels Verschränkung von quantitativen und qualitativen Analyseverfahren und unter Einbeziehung der Kinderperspektive kann ein für die Theoriebildung bedeutsamer Ertrag auf Basis des empirischen Materials vorgelegt werden – distanziert von ideologisch geführten jugend- und fachpolitischen Diskussionssträngen. Aus der Vielfalt der Ergebnisse lassen sich Folgen für die Praxis ableiten. Im Zentrum steht eine weitere Professionalisierung der Fachpersonen im Pflegekinderbereich mittels situationsangepasster und ressourcenorientierter, reflexiver und selbstreflexiver Strategien.

Publikation

Adoption in der DDR. Biographische Fallrekonstruktion und Adoptionsvermittlung in Deutschland (2010)

Die Adoption eines nichtleiblichen Kindes gehört seit den Kulturen der Frühzeit zu den sozialen Formen des Zusammenlebens. Tradierte kulturelle Werte und Haltungen der vergangenen Generationen wirken übergreifend im Wandel der Gesellschaften. Können zwischen Annehmenden und dem fremden Kind gleiche qualitative Bindungen entstehen wie zwischen leiblichen Verwandten? Führen Deprivation und Adoption zwangsläufig und als „Naturgesetzmäßigkeit“ zu Verhaltensauffälligkeiten des Adoptierten? Wie und wann sollte der Adoptionsstatus offenbart werden? Welche Wirkungen haben Adoptionstabus?

Diese und andere Forschungsfragen werden aus bekannten Erkenntnissen aus der Psychologie, der Soziologie, der Adoptionsforschung und der psychotherapeutischen Praxis heraus auf die Adoptionskontextthemen fokussiert und in der Empirie überprüft. Als Forschungsmethode wird die strukturale biographische Fallrekonstruktion verwendet und Adoptionsbiographien analysiert. In diesen Analysen widerspiegeln sich der gesellschaftliche Rahmen der DDR, sowie die unabhängig vom Gesellschaftssystem tradierten und aktuellen Adoptionsthemen. Diese empirische Arbeit leistet einen aktuellen, praxisbezogenen und bedeutsamen Beitrag zur Adoptionsforschung in Deutschland.

Publikation

Ressource Pflegeeltern (2009-2011)

Im Rahmen der Untersuchung wurden Pflegemütter und Pflegeväter interviewt, die mindestens ein Kind mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung in ihre Familien aufgenommen haben. Die Analyse des Datenmaterials erfolgte vor dem Hintergrund der Belastungen und Ressourcen der interviewten Pflegeeltern.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen | Zentraler Fachdienst zur Betreuung von Pflegekindern mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen der Diakonie Düsseldorf

Projektträger: Diakonie Düsseldorf

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Leuchtturmprojekt PflegeKinderDienst (2009-2011)

Ziel war, basierend auf biografischen Interviews mit ehemaligen Pflegekindern und in enger Kooperation mit den fachlich ambitionierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Modellregionen empirisch gestützte Qualitätsstandards für die Pflegekinderhilfe zu erarbeiten. Das Projekt zeichnete sich dabei durch zwei Besonderheiten aus. Zum einen wurde die Perspektive und Sichtweise der Pflegekinder betont. Zum anderen wurden Handlungsempfehlungen nicht aus einer ausschließlich wissenschaftlichen Perspektive in die Praxis getragen, sondern in enger Kooperation mit der Praxis erarbeitet und als gemeinsames Produkt präsentiert. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Praxis in den einzelnen Kommunen – im Rahmen ihrer kommunalen Selbstverwaltung – war eine Einigung auf verbindliche Standards erforderlich.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen | Modellstandorte: Düsseldorf | Duisburg | Bornheim | Kamp-Lintfort

Projektträger: Landschaftsverband Rheinland (LVR)

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Pflegekinderstimme (2009-2011)

Bisher war wenig darüber bekannt, wie die Pflegekinder selbst ihr Aufwachsen in einer Pflegefamilie erleben. Zwar beanspruchen viele Personen in der Pflegekinderhilfe, die Interessen der Kinder zu vertreten, die Kinder selbst kamen aber bislang sowohl in der Praxis als auch in der Forschung nur selten zu Wort. Das wurde mit dem Projekt verändert: Pflegekindern wurde eine Stimme gegeben. Im Rahmen von Interviews wurden sie selbst ausführlich befragt.

Um die Erfahrungen der Pflegekinder nutzbar zu machen, wurden anschließend besonders interessante Teile der Befragungen in vollständig anonymisierter Form im Rahmen von Workshops mit Gruppen von Pflegeeltern diskutiert.

Aus der Gegenüberstellung der Erfahrungen der Kinder und dem, was die Pflegeeltern erarbeiteten, wurden wir am Ende des Projekts neue Ansätze für die Beratung von Pflegeeltern erstellt.

Projektpartner: Forschungsgruppe Pflegekinder, Universität Siegen | PAN e.V.

Projektträger: Aktion Mensch

Gelingende Hilfen in Pflegefamilien – Ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Hilfesystem Vollzeitpflege (2009)

In der Pflegekinderforschung wurden bisher Faktoren wie „zeitliche Stabilität“ eines Pflegeverhältnisses, der Qualität der Pflegeeltern-Pflegekind-Beziehung oder auch die ‚Lebensbewährung‘ ehemaliger Pflegekinder zur Qualitätsbestimmung herangezogen. In dieser Arbeit wird zur Bestimmung „gelingender Hilfen in Pflegefamilien“ ein rekonstruktiver Ansatz gewählt.

Anhand von vier Falldarstellungen werden die Vielfalt von Pflegefamilien vorgestellt. In dieser Zusammenstellung zeigt sich die Bedeutung der auswählenden und begleitenden Fachdienste für gelingende Hilfebeziehungen. Dies wird vor allem an der Sicht auf die Herkunftsfamilie sowie an den Interaktionsbeziehungen der Pflegefamilien zu ihrem betreuenden Fachdienst deutlich.

Wichtige Themen in allen problemzentrierten Interviews waren die Konstruktion der Pflegefamilie von sich als Familie und die Bedeutung von Elternschaft. Erfolgreiche Pflegefamilien verlassen zur Konfliktlösung auch den familiären Rahmen und sind in der Lage sich Hilfe von außen zu organisieren. Vor allem Unterstützungssettings, die auch außerhalb des Hilfesystems liegen (Pflegeeltern-Verbände und Pflegeelterngruppen) zeigten sich als bedeutungsvoll. Gelingende pflegefamiliale Erziehung kann nur in Bezug auf das gesamte Hilfesystem untersucht werden. Das Ausbalancieren von Ambivalenzen kennzeichnet sowohl innerfamiliäre Beziehungen wie auch die Beziehungen im gesamten Hilfesystem.

Publikation

Bindung und psychosoziale Anpassung bei Pflegekindern (2008-2009)

In einem Pilotprojekt mit 3- bis 8-jährige Pflegekindern konnte festgestellt werden, dass ein bedeutsamer Teil der Pflegekinder auch nach längerer Zeit in der Pflegefamilie noch Bindungsprobleme aufweist und diese auch mit anderen Schwierigkeiten der Kinder, z.B. aggressiven Verhaltensweisen oder Problemen mit Gleichaltrigen, zusammenhängen.

Die psychischen Auffälligkeiten der Kinder waren zum Teil mit denen klinischer Stichproben vergleichbar und wurden sowohl durch die Umstände der Vermittlung als auch durch Erfahrungen der Kinder in ihrer Herkunftsfamilie beeinflusst.

Da an dieser Studie Pflegekinder teilnahmen, die schon länger in ihrer Pflegefamilie lebten, konnte nicht beurteilt werden, warum es manchen Kindern besser als anderen gelang, neue positive Beziehungen in der Pflegefamilie aufzubauen und welche Faktoren förderlich für eine gesunde psychische Entwicklung der Kinder sind.

Zur Klärung dieser Fragen wurde eine anschließende dreijährige Längsschnittuntersuchung angelegt, bei der insgesamt Pflegekinder im Alter von etwa 1,5 bis 6 Jahren während des ersten Jahres in ihrer Pflegefamilie begleitet wurden.

Die Folgestudie finden Sie unter dem Titel „Bindungsentwicklung von Pflegekindern (2010-2013)“.

Projektträger: Universität Erlangen-Nürnberg | Fachhochschule Dortmund

Bericht zum Pilotprojekt

Die Zusammenarbeit von Pflegefamilie und Herkunftsfamilie in dauerhaften Pflegeverhältnissen. Widersprüche und Bewältigungsstrategien doppelter Elternschaft (2008)

In Dauerpflegeverhältnissen stellt die häufig konfliktträchtige Zusammenarbeit zwischen Pflegefamilie und Herkunftsfamilie eines der zentralen Probleme für die Fachkräfte der Jugendhilfe dar. In diesem Band werden zentrale Aspekte für das Gelingen und Misslingen dieser Zusammenarbeit herausgearbeitet und Schlussfolgerungen für die sozialpädagogische Praxis gezogen. Die Sichtweisen von Pflegeeltern, Herkunftseltern und Pflegekind werden gleichberechtigt in die Untersuchung einbezogen und Besuchskontakte durch teilnehmende Beobachtung analysiert.

Publikation

Geschwister in der stationären Erziehungshilfe (2007-2011)

Der Eintritt in die stationäre Erziehungshilfe bedeutet für alle Kinder und Jugendlichen Unsicherheit und den Zwang, neue Lebensbezüge aufzubauen. Geschwister geben sich häufig gegenseitig Orientierung, vermitteln Nähe und Vertrautheit. Sie können sich dabei unterstützen, biografische Brüche zu verarbeiten und Kohärenz im Lebenslauf zu empfinden.

Eine Trennung von Geschwistern wird von ihnen oft als ein Trauma erlebt, das die Trennung von den Eltern und den Verlust ihrer gewohnten Umgebung verstärkt. Fachkräfte berichten jedoch auch von Konstellationen, bei denen es zum Wohle der Kinder angeraten ist, Geschwister getrennt unterzubringen. Eine Reihe von Studien unterstützt diese Erfahrungen. Einschlägige Forschungsbefunde widersprechen sich mitunter und liefern insgesamt kein eindeutiges Bild, welche Form der Unterbringung generell vorzuziehen ist. Stattdessen werden ein komplexes Wirkungsgefüge und die Notwendigkeit deutlich, jeden Einzelfall möglichst auf der Grundlage einer sorgfältigen Diagnostik individuell einzuschätzen.

Herausgeber: Sozialpädagogisches Institut des SOS-Kinderdorf e.V.

Publikation

Pflegekinder in verschiedenen Familienkulturen (2007-2008)

Bei ausführlichen biografischen Interviews mit ehemaligen Pflegekindern wurde deutlich, dass der Übergang in die Pflegefamilie für Pflegekinder ein zentrales Erlebnis in ihrer Biografie ist. Sie sind mit Fremdem konfrontiert und müssen eine neue Familie und deren Kultur kennen lernen. Wie Kinder den Übergang bewerkstelligen, welchen Belastungen sie währenddessen ausgesetzt sind, aber auch welche Chancen der Übergang für die Entwicklung bietet, wie die aufnehmenden Familien ihren Beitrag zur Bewältigung des Übergangs leisten und welche Prozesse in Wechselwirkung miteinander treten, wird anhand von drei Fallgeschichten thematisiert.

Projektträger: Universität Siegen

Publikation

Pflegekinderhilfe in Deutschland (2005-2010)

Das Forschungsprojekt hat Erkenntnisse darüber erarbeitet, wie in der Praxis der Pflegekinderhilfe das Wohl der Kinder in vielfältiger Art gefördert werden kann. Die Bindungen und Beziehungen an die Herkunftsfamilie als auch die Pflegefamilie wurden aus der Perspektive des Kindes untersucht. Die unterschiedlichen Interessen und Perspektiven der Beteiligten und professionellen HelferInnen wurden differenziert herausgearbeitet und dargestellt. Daraus wurden Schlussfolgerungen für das Handeln aller im Hilfesystem Beteiligten gezogen, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Beteiligten, der unterschiedlichen Rahmenbedingungen und der Anforderungen an eine qualifizierte fachliche Arbeit.

Hauptergebnis des Projekts ist ein Handbuch für Praxis, Forschung und Lehre. Im Handbuch werden die vielfältigen Ergebnisse des DJI-Forschungsprojektes „Pflegekinderhilfe in Deutschland“ zusammengeführt, für die Praxis ausgewertet und aufbereitet. Die sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse werden in enger Verknüpfung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen dargestellt. Ziel ist es, für alle Beteiligten in der Pflegekinderhilfe die Handlungs- und Rechtssicherheit zu erhöhen und Möglichkeiten der Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe aufzuzeigen, u.a. in Bezug auf die rechtlichen Vorschriften in diesem Bereich. Die Erarbeitung des Handbuchs war, wie nicht selten bei Handbüchern, ein mehrjähriger, aber lohnender Prozess, bei dem eine Fülle an national und international greifbaren Erkenntnissen erschlossen werden konnte.

Projektpartner: Deutsches Jugendinstitut (DJI) | Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF)

Projektträger: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Handbuch Pflegekinderhilfe: