Meinungen

Warum man die Jugendhilfe nicht kaputtsparen darf!

Standpunkt der PFAD Bundesvorsitzenden Ulrike Schulz, aus der PFAD Fachzeitschrift 02/2026 An dieser Stelle war geplant, dass ich unsere(n) Standpunkt(e) zusammenfasse, über Haltungen, Konzepte, Maßnahmen und Leistungen, die dazu beitragen, Pflege- und Adoptivkinder stark zu machen. Doch die jüngsten politischen Entwicklungen gehen in eine Richtung, die z. T. lange erarbeitete Verbesserungen und Rechte wieder in Frage stellt. Daher halte ich es für wichtiger, dies aktuell zu kommentieren. Enttäuschende Reformvorschläge Der Ende März vorgelegte Referentenentwurf eines Ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG) hat die Fachwelt irritiert und enttäuscht. Das ambitionierte Vorhaben, eine „große Lösung“ zu finden, die Jugendhilfe und Eingliederungshilfen für Kinder und Jugendliche unter einem [...]

Warum ist es für Jugendämter sinnvoll, mit Selbstvertretungen von Pflege- und Adoptivfamilien zusammenzuarbeiten?

Standpunkt der PFAD Bundesvorsitzenden Ulrike Schulz, aus der PFAD Fachzeitschrift 01/2026 Wie Jugendämter zur Zusammenarbeit mit regionalen Zusammenschlüssen von Pflege- und Adoptivfamilien stehen, ist nach außen meist kaum erkennbar. Öffentliche Anerkennung bezieht sich häufig nur auf einzelne Familien, ebenso wie Versprechen guter fachlicher Begleitung  für neue Pflegeeltern in Werbekampagnen der Jugendämter. Auch in schriftlichen Konzepten der einzelnen Pflegekinderdienste wird die Kooperation mit selbstorganisierten Selbsthilfe- und Selbstvertretungsstrukturen bislang selten systematisch berücksichtigt. Die tatsächliche Haltung eines Jugendamtes zeigt sich oft erst in der Praxis – dann, wenn konkrete Unterstützung und Zusammenarbeit gesucht oder konstruktive Kritik geäußert wird. Ob Kooperation gelingt, kann von vielen Faktoren im Jugendamt abhängen: Personalsituation, Ressourcen, persönlichen Erfahrungen, [...]

FASD – Schrecken der (starren) Systeme? Warum wir ein großer Teil der Behinderung sind.

Ich bin traurig und bestürzt darüber, dass es gerade aktuell immer wieder für Kinder mit FASD zu wenig gute und sichere Orte zu geben scheint. Kinder und Jugendliche mit FASD lassen sich nicht gut vermitteln im Rahmen der Jugendhilfe und auch Schule kann noch viel zu selten passende Konzepte bieten. Es gibt viele Eigenschaften, die Kindern und Jugendlichen mit FASD zugeschrieben werden: aggressiv, kognitiv eingeschränkt, manipulativ, zu laut oder zu leise uvm. Es ist richtig, dass die strukturelle, hirnorganische Schädigung durch die intrauterine Alkoholexposition verschiedenste Auffälligkeiten erzeugt und somit Störungen der Entwicklung, der Kognition und des Verhaltens, sowie Einschränkungen in Teilleistungen und somit globale Einschränkungen im Alltag bewirken. Die frühen [...]

Nicht jedem Kind sieht man seine Beeinträchtigungen an

Manchmal habe ich den Eindruck, dass Kinder mit einer sichtbaren Behinderung leichter und selbstverständlicher Hilfen bekommen und ihre Pflege- und Adoptiveltern durch die Gesellschaft eine größere Akzeptanz und Anerkennung ihrer täglichen Pflege erfahren. Pflegefamilien mit Kindern, die andere - eben nicht gleich ersichtliche - Einschränkungen haben, müssen es manchmal aushalten, durch die besonderen Verhaltensweisen ihrer Kinder in der Öffentlichkeit aufzufallen und schief angesehen zu werden. Allzu schnell werden Pflegeeltern dann darauf reduziert, dass sie mit ihrer Tätigkeit ja nur Geld verdienen wollen. Nun ist es aber gerade auch in „normalen“ Pflegefamilien leider selten so, dass die ihnen anvertrauten Kinder ohne jede Beeinträchtigung sind. Viele Pflegekinder bringen aufgrund ihrer Vorgeschichte unsichtbare [...]

Von |2025-11-28T10:05:09+01:0019. Dezember 2023|Blog der Redaktion, Meinungen|

Mit einem Ehrenamt nicht nur anderen, sondern auch sich selbst helfen

Wir packen das Fazit direkt zu Beginn des Textes: Ehrenamtliche Arbeit hat einen gesundheitlichen positiven Nutzen. Häufig kann man mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit anderen Menschen helfen, doch die Wissenschaft zeigt, dies sind nicht die einzigen, die davon profitieren. Eine Analyse von 14 wissenschaftlichen Studien zeigt, man tut auch sich selbst etwas Gutes. Beteiligt waren die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern). Die Erkenntnisse aus den Studien wurden bspw. auf die Demenzerkrankung übertragen. Die Entwicklung einer Demenz wird u. a. durch eine geringe Bildung, Adipositas oder Rauchen begünstigt. Laut den Forschenden der FAU und des digiDEM Bayern kann genau hier das eigene ehrenamtliche Engagement ansetzen. Freiwillige [...]

Von |2025-11-28T10:04:59+01:004. August 2023|Blog der Redaktion, Meinungen|
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