Ehe für Alle
Der PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. äußert sich zur Entscheidung des Bundestages vom 30.06.2017, die Homosexuellen in Deutschland den Weg zur Ehe ebnet und damit auch die gemeinsame Adoption eines Kindes ermöglicht:

Nachdem Stück für Stück die Rechte, die Ehepaaren zustanden – Familienversicherung, Witwen- und Witwerrente, Familienzuschlag, steuerliche Veranlagung, … etc. - auch Lebenspartnerschaften zugänglich gemacht wurden, war es nur eine Frage der Zeit, die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu ermöglichen. Damit ist das vom Grundgesetz geforderte Benachteiligungsverbot endlich eingelöst. Rechtlich blieb fast nur noch übrig lesbischen und schwulen Paaren auch die gemeinschaftliche Adoption zu ermöglichen.

Das Adoptionsrecht sieht vor, dass Ehepaare nur gemeinsam adoptieren können. In § 1741 Absatz 2 BGB steht: „Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind nur allein annehmen. Ein Ehepaar kann ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen.“ Dieses findet nun ebenfalls Anwendung auf gleichgeschlechtliche Ehepaare. Bisher war den Lebenspartnerschaften eine gemeinschaftliche rechtliche Elternschaft nur durch die Sukzessivadoption möglich, d.h. sie konnten ein Kind adoptieren, wenn es zuvor vom jeweiligen Partner bereits adoptiert worden war. Damit gilt die Verpflichtung, dass Ehepaare nur gemeinsam adoptieren dürfen, jetzt auch für die Ehe von gleichgeschlechtlichen Partnern.

Für gleichgeschlechtliche Ehepaare gelten die gleichen Bestimmungen wie für andere Adoptionsbewerber.

Adoptionsvermittlungsstellen haben den gesetzlichen und fachlichen Auftrag, für jedes zu vermittelnde Kind die am besten geeigneten Eltern zu finden. Der zentrale Gesichtspunkt einer jeden Adoption ist das Wohl des Kindes. Zu den Adoptionsvoraussetzungen, die durch sozialpädagogische Fachkräfte im Rahmen der Vorbereitung überprüft werden, gehört die Fähigkeit empathisch auf das Kind eingehen zu können und anzuerkennen, dass es andere biologische Wurzeln hat. Außer der Vorbereitung auf Elternschaft durch Adoption müssen Bewerber auch formalen Voraussetzungen entsprechen.
  • Da Kindern ein langfristiges Beziehungsangebot gemacht wird, empfiehlt es sich nicht, an Menschen, die an einer stark lebensverkürzenden Krankheit leiden, ein Kind zu vermitteln. Deshalb gehört eine medizinische Unbedenklichkeitsbestätigung zu den formalen Voraussetzungen.
  • Das Gesetz schreibt in § 1743 BGB ein Mindestalter für Adoptionsbewerber vor. Dieses gilt unabhängig vom Geschlecht.
  • Kindern vergriffen haben, kein (weiteres) Kind zur Adoption bekommen. Aus diesem Grund ist ein Führungszeugnis vorzulegen.

Ob ein Kind zu einem heterosexuellen oder zu einem homosexuellen Paar vermittelt wird, entscheidet die Adoptionsvermittlungsstelle anhand der Eignung der Bewerber für ein bestimmtes Kind.

Wir begrüßen die rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren, geben jedoch zu bedenken, dass die Adoptionszahlen seit Jahren rückläufig sind, weil immer weniger Kinder der Fremdadoption aus dem In- oder Ausland bedürfen. Kein Adoptionsbewerber hat ein Recht auf ein Kind.

Pressemitteilung des PFAD Bundesverbandes vom 05.07.2017

 
< zurück   weiter >

Suche

Was macht der PFAD Bundesverband?

 Besuchen Sie uns
auf unserer Facebook-Seite.

Dort berichten wir über
unsere Aktivitäten für
Pflege- und Adoptivkinder
und ihre Familien.

Kostenlose Verschenkaktion!

Sie haben jetzt die Möglichkeit,
eine aktuelle Ausgabe der
PFAD Fachzeitschrift
zu verschenken!

nähere Informationen

Weblog

Aktuelles rund um PFlege- und ADoptivkinder

Weitere Meldungen finden Sie
bei diesem Service des
PFAD Bundesverband der
Pflege- und Adoptivfamilien e.V.

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Neue PFAD-Publikationen

Übergänge

Was brauchen Pflegefamilien - Qualität in der Pflegekinderhilfe

Die Rechte von
Pflegekindern

Adoption von Kindern
aus anderen Kulturen

zur Bestellung

PFAD Landesverbände und -gruppen

    LV Bayern
    LV Berlin-Brandenburg
    LV Hamburg
    Hessen:
       - OASE PFAD (WMK, Kassel)
    Niedersachsen:
       - PFEIL Harburg
       - S.I.P.A. Stade
    LV Rheinland-Pfalz
    LV Sachsen-Anhalt
    Schleswig-Holstein:
       - PFAD Nordfriesland

Informationsflyer

Beratung
Vernetzung
Information
Qualifizierung
Interessenvertretung

Informationsflyer des
PFAD Bundesverband e.V.

PFAD Versicherungen für Pflegefamilien

Kostengünstige und
maßgeschneiderte
Lösungen in den
Bereichen:

Alterssicherung
Unfall
Haftpflicht
Rechtsschutz

nähere Informationen

PFAD Kreativ









nächste Termine

   10./11. November 2018 in Rosenheim
   Ländergremium II / 2018

   alle Termine

 

 

 


Startseite | Impressum | Newsletter | Sitemap