BAG ADOPTION und INPFLEGE diskutiert über soziale Netzwerke und Migrantenfamilien in der Jugendhilfe
ImageZwei aktuelle Themen: Soziale Netzwerke und Migrantenfamilien in der Jugendhilfe erörterte die Bundesarbeitsgemeinschaft ADOPTION UND INPFLEGE bei ihrem jährlichen Austausch am 09./10. Mai 2014 in Frankfurt am Main. Das bundesweit einmalige Netzwerk aus Vertretern von Pflege-, Adoptiv- und Herkunftseltern sowie (ehemaligen) Kindern aus Pflege- und Adoptivfamilien trifft sich bereits seit 2000. Heuer nahmen Delegierte von PFAD, BARGEA, FASD Deutschland, BAG KiAP, Hoffnungsstern und als Gast eine Vertreterin der BAG Landesjugendämter teil. Zum ersten Mal beteiligte sich an der Diskussionsrunde der türkische Verein Hoffnungsstern e.V. (Umut Yıldızı), vertreten durch Kamil Altay und Gülsüm Yalçınöz. Der in Neuss ansässige Verein unterstützt Migrantenfamilien und -kinder in der Jugendhilfe. Familien, deren Kinder in Obhut genommen wurden, benötigen muttersprachliche Informationen, Beratung und Beistandschaft. Hoffnungsstern e.V. engagiert sich auch bei der Mobilisierung türkischer Pflegeelternbewerber in Deutschland, damit türkischen und türkischstämmigen Pflegekindern ihre kulturellen Wurzeln erhalten bleiben. Informationsveranstaltungen finden in Kooperation mit muslimischen Gemeinden statt; Beratungsstellen in Konsulaten sollen entstehen. Der religiös und politisch neutrale Verein strebt die freie Trägerschaft an und möchte ein bundesweites Netzwerk aufbauen.

Zum diesjährigen Themenvortrag referierte Humanwissenschaftler Jürgen Lutz aus Schweinfurt über „Facebook, Twitter + Co“. Er lieferte wichtige Grundlagen für eine fachliche Bewertung der „Chancen und Risiken neuer Medien für Pflege- und Adoptivfamilien“.
Die Bedeutung der neuen Kommunikationsstrukturen für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder sei nicht zu unterschätzen. Pflege- und Adoptiveltern und ihre Berater sollten sich in die (Medien)-Welt der Kinder hineinversetzen und sie altersgemäß daran partizipieren lassen. Die Eltern müssten aber auch für den Schutz der familiären Privatsphäre und die Sicherheit der Kinder in der veränderten Kommunikationskultur Sorge tragen. Das verlange ihnen viel Wissen und aktive Auseinandersetzung mit diesem Thema ab. Biographiearbeit und Wurzelsuche sind durch das Internet vereinfacht und beschleunigt worden, aber in ihren Auswirkungen auch schwerer kontrollierbar. Für die Pflege von Umgangskontakten ergäben sich neue praktikable Möglichkeiten, um persönliche Besuche zu ergänzen oder – wenn nötig – auch zu ersetzen, ohne den Kontakt ganz abbrechen zu lassen.
In der Diskussion waren sich die Delegierten einig, dass Inkognitos und Kontaktverbote unhaltbar geworden sind. Die Kinder und Jugendlichen, deren Herkunftssuche immer früher beginnt, sollten so gut über ihre Lebensgeschichte Bescheid wissen, dass ihnen Überraschungen im Internet erspart bleiben.

Für 2015 plant das Gremium, das Thema „Kulturelle Vielfalt in Pflege- und Adoptivfamilien“ weiter zu vertiefen. Neben den regelmäßigen Teilnehmern sollen weitere Vertreter v.a. erwachsener Pflege- und Adoptivkinder sowie Herkunftseltern eingeladen werden. Damit möchte der federführend verantwortliche PFAD Bundesverband der Zielsetzung dieses besonderen Netzwerks gerecht werden, alle Perspektiven
abzubilden und stets neue und wichtige gemeinsame Themen aufzugreifen.
Ein ausführlicher Bericht zur Tagung wird in Heft 3/2014 der PFAD Fachzeitschrift erscheinen.

Ulrike Schulz

Pressemitteilung des PFAD Bundesverbandes e.V. vom 21.05.2014 (pdf)
 
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