PFAD Nordfriesland zur Schaffung von Standards in der Pflegekinderhilfe in Schleswig-Holstein
Im Schleswig-Holsteinischen Landtag gibt es mit der Drucksache 17/2259 den Antrag „Einheitliche Standards bei der Auswahl, Schulung und Prüfung von Pflegeeltern“ für das Land Schleswig-Holstein zu entwickeln. In diesem Kontext ist auch der Ortsverein PFAD Nordfriesland aufgefordert worden, Stellung zu nehmen. In der Stellungnahme des PFAD Nordfriesland wird die strukturelle Ausstattung der Pflegekinderdienste als ein wichtiger Faktor für den Kinderschutz eingeschlossen:

Das Recht der kommunalen Selbstverwaltung hat dazu geführt, dass die Pflegekinderhilfe sich innerhalb von Schleswig Holstein sehr unterschiedlich entwickelt hat. Deshalb begrüßt PFAD Nordfriesland die Initiative einheitlicher Standards für die Pflegekinderhilfe. Die Formulierung „einheitliche Standards für die Auswahl, Prüfung und Schulung von Pflegeeltern“ greift unseres Erachtens zu kurz, da dieses die strukturellen Voraussetzungen, wie Qualifikation der Mitarbeiter der sozialen Dienste und deren zeitliche Ressourcen (Personalstärke) nicht mit betrachtet. „Es braucht einheitliche Regeln, die verhindern, dass die Überlastung eines Sozialarbeiters lebensgefährdend für ein Kind wird. Das hat mit Kontrolle nichts zu tun, sondern mit Begleitung, mit Beratung, mit Austausch.“ formuliert dies die Vorsitzende des PFAD Bundesverbandes Frau Dagmar Trautner.

Um Pflegekinder in ihrer Lebenssituation umfassend zu schützen, braucht die Pflegekinderhilfe:
  • gut ausgebildete Fachkräfte in ausreichender Anzahl. Dabei sind Fallzahlen von ca. 30 Pflegekinder bei sogenannten „normalen“ Dauerpflegestellen eine wichtige Orientierung.
  • Pflegefamilien, die Kinder mit einer zerrissenen Lebensgeschichte oder stark vernachlässigte Kinder in ihrer Familie aufnehmen (Sonderpflegestellen nach § 33 Satz 2) brauchen eine engere Begleitung, da sollte eine Fachkraft für nicht mehr als 20 Kinder zuständig sein.
  • Brüche im Lebenslauf von Kindern können weitgehend vermieden werden, wenn in der Hilfeplanung offen und ehrlich miteinander gearbeitet wird. „Kontinuitätssichernde Planung“ bedeutet dementsprechend für jeden Einzelfall fachlich fundierte Entscheidungen als Teamarbeit in den Hilfeplangesprächen zu treffen, und die Kinder sowie die Herkunftsfamilie wie auch die Pflegefamilie bei der „Verarbeitung“ dieser zu unterstützen. Nach einer Rückkehr eines Pflegekindes in seine neue Herkunftsfamilie braucht diese über einen längeren Zeitraum eine sozialpädagogische Unterstützung (SPFH), um die neue Familienbildung erfolgreich bewältigen zu können.
  • Supervision und interdisziplinäre Fallgespräche auf der Ebene der sozialpädagogischen Fachkräfte (in den Jugendämtern sowie bei freien Trägern) als Regelangebot an die Mitarbeiter(innen) in den sozialen Diensten.
  • Vorbereitung von Pflegefamilien unter Einbeziehung erfahrener Pflegefamilien
  • an Pflegefamilien regelmäßige Angebote zur Supervision oder/und Reflektion des Familienalltages
  • Angebote der Entlastung (Wochenenden oder Ferienfreizeiten) an die Pflegefamilien
  • Gruppenangebote an die Pflegekinder.
  • Zusammenarbeit der öffentlichen oder/und freien Träger der Pflegekinderhilfe mit dem am Ort tätigen Pflegefamilienverein (oder Gruppe) sowie materielle Unterstützung für die Selbsthilfe in der Pflegekinderhilfe.
  • Eine arbeitsfähige Selbsthilfeorganisation vor Ort ist ein wichtiger Garant für Kinderschutz.
 
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