Adoptionen gehen weiter zurück - PFAD Vorsitzende Dagmar Trautner äußert sich im Interview mit dpa

ImageIn einem Telefoninterview äußerte sich Dagmar Trautner, Vorsitzende des PFAD Bundesverbandes e.V. heute zu den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Sachen Adoption (siehe "Aktuelles rund um PFlege- und ADoptivkinder "):

Adoptionen gehen weiter zurück

Wiesbaden (dpa) - Popstar Madonna darf ein zweites Kind aus dem afrikanischen Malawi adoptieren, und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat zwei Kinder aus Russland angenommen.

Die Zahl der Adoptionen geht in Deutschland aber seit Jahren zurück. 4201 Kinder und Jugendliche wurden 2008 adoptiert, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Das Verhältnis von Bewerbern pro Kind liegt seit einigen Jahren bei zehn zu eins und damit auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebungen 1991, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Mit einem Verhältnis von 19 zu 1 war die Wahrscheinlichkeit, ein Kind adoptieren zu können, 1992 am niedrigsten.

«Man kann aber immer noch nicht davon ausgehen, dass man als Bewerber auch ein Kind bekommt», sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Pflege- und Adoptivfamilien (PFAD), Dagmar Trautner, und verweist auf lange Wartezeiten. Etwa drei bis fünf Jahre warteten die Paare im Durchschnitt, denen überhaupt ein Vorschlag gemacht werde. Dann wiederum müssten sie gleich handeln. Nach etwa einem Jahr in der neuen Familie wird dann in der Regel die Adoption rechtlich vollzogen.

Fast die Hälfte der 4201 Kinder und Jugendlichen wurde 2008 vom neuen Lebenspartner eines leiblichen Elternteils adoptiert. 30 Prozent aller Adoptivkinder waren jünger als drei Jahre. Je 15 Prozent waren drei bis fünf Jahre, sechs bis acht Jahre und neun bis elf Jahre alt. 25 Prozent waren mindestens zwölf Jahre alt. Vorgemerkt für eine Adoption waren Ende des vergangenen Jahres insgesamt 774 Mädchen und Jungen und damit knapp 13 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Gleichzeitig gingen die Bewerbungen von Paaren um eine Adoption um 12 Prozent auf 7841 zurück.

«In der gewachsenen Vielfalt der Gesellschaft können manche ihre Kinderlosigkeit vielleicht eher für sich annehmen», erklärt Trautner den Rückgang bei Adoptionen und Interessenten. Mehr Hilfsangebote für junge Mütter führten zudem dazu, dass sich diese nicht so früh entschieden, ihr Kind zur Adoption freizugeben und nach einigen Jahren dann eher eine Pflegefamilie suchten, meint Trautner, die selbst etwa 17 Jahre die Pflegschaft eines Jungen übernommen hatte.

Vielen Paaren werde erst später klar, dass sie ihren Kinderwunsch nicht umsetzen könnten und ein Kind adoptieren wollten, berichtet Christiane Steinwedel vom Frankfurter Jugendamt. So seien die Bewerber oft bereits Mitte 30. Die Prüfung der potenziellen Adoptiveltern dauere etwa ein halbes Jahr. «Die Vermittlungsdauer ist ganz unterschiedlich.» Relativ gute Chancen hätten Eltern, die sich etwa zutrauten ein Baby anzunehmen, dass mit schwersten Entzugserscheinungen zur Welt kam und die Entwicklungsfolgen noch nicht geklärt seien. Die Eignung von Paaren, die ein Kind aus dem Ausland adoptieren wollten, werde von den Jugendämtern auch gecheckt.

«Auslandsadoptionen sind nicht unbedingt schneller, nur die Wahrscheinlichkeit, überhaupt einen Vorschlag zu bekommen, ist höher», sagt Trautner. Viele Kinder seien nicht mehr ganz jung, wenn sie nach Deutschland kämen, manche hätten auch schon einige Jahre im Heim verbracht «und bringen einen großen Rucksack mit». Paare müssten sich bei Auslandsadoptionen auch für ein Land entscheiden, was vielen schwer falle. Häufig falle die Wahl auf Kolumbien oder Russland.

Quelle: dpa-Meldung von Ira Schaible vom 22.07.09
 
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